Flückiger blickt auf 50 Jahre Kunstschaffen zurück

Hansjörg Flückiger vor dem surrealistischen Bild «Gut gelaunte Muscheln» (Foto: tb)

Die Aussage «Ein Tag ohne Malen ist kein glücklicher Tag» hat das Leben von Hansjörg Flückiger geprägt. Jetzt schaut er zurück auf 50 Jahre Kunstschaffen und lässt das Publikum mit einer Ausstellung im Kunsthaus Elsau daran teilnehmen.

Zu seinem 80. Geburtstag hatte Hansjörg Flückiger die Idee, eine Retrospektive zu gestalten mit einem Ausschnitt von Bildern aus seiner 50-jährigen Schaffenszeit. Den passenden Ort zu diesem Unterfangen fand er im Kunsthaus Elsau bei Margrit und Jürg Bischofberger, wo in sechs Räumen über 120 Bilder ausgestellt werden. Chronologisch geordnet zeigen sie die verschiedenen Phasen seines Schaffens.

Die Ausstellung beginnt mit frühen Ölbildern, die nach Abschluss der Kunstgewerbeschule Zürich entstanden sind. Darauf folgte eine längere Phase der Druckgrafik, in der sich der Künstler dem Radieren und der Lithografie widmete. Vor 44 Jahren zog die Familie Flückiger nach Schlatt, wo im Einfamilienhaus ein Atelier und eine Werkstatt eingerichtet wurden, sodass der Künstler die Grafiken selber drucken konnte. In einem weiteren Austellungsraum werden Aquarelle präsentiert, die zeigen, wie er sich mit dieser Technik ausgedrückt hat. Während zuerst Landschaftsbilder entstanden, beeinflusst von Reisen in der Schweiz, in Europa bis zur Karibik, ging später die Entwicklung in Richtung Surrealismus.

Im nächsten Raum kann man Acrylbilder betrachten, die verschiedene Malreisen (Italien, Nordsee, Karibik) widerspiegeln. Daneben entstanden aber auch Interieurbilder und Stillleben. Im Obergeschoss des Kunsthauses begegnet man einer neuen Phase im Kunstschaffen von Flückiger. Er beschäftigt sich mit Bändern und Mäandern, mit denen er Figuren zum Leben erweckt, die tanzen, rennen oder auf einem Seil balancieren. Er nennt diese Figuren schalkhaft «Mäandertaler», nicht zu verwechseln mit den sogenannten Neandertalern…Im Konzertsaal befinden sich seine aktuellsten Werke, die ins Ungegenständliche gehen. Sie bestehen aus Farbklängen und Formrhythmen, die bis ins Dreidimensionale führen.

Nebst den Bildern sind auch zwei Mappen mit Druckgrafiken und Aquarellen zu sehen, in denen geblättert werden darf. Ebenfalls liegen zwei Kassetten mit losen Blättern auf. Eine enthält unter dem Titel «Krone aus Licht» Gedichte von Paul Hoppe, die von sechs Originallithografien in Schwarzweiss begleitet werden. In «Flückigers Zuchterfolge» zeigt der Künstler mit 31 aquarellierten Grafiken auf humorvolle Art die Veränderung der Tierwelt auf unserer Erde.

Mit seinen Bildern will Flückiger dem Betrachter Lebensfreude und Fröhlichkeit vermitteln. Er ist mit 80 Jahren noch nicht am Ende seines Schaffens angekommen. Im Gegenteil möchte der kreative Mensch noch viele Jahre weiterarbeiten, um seine Ideen und Phantasien zu Bilde zu bringen.

INFORMATIONEN
Hansjörg Flückiger:
Ausstellung mit Werken
aus 50 Jahren
Kunsthaus Elsau,
Strehlgasse 10, Elsau

Öffnungszeiten:
22. April bis 19. Mai
Mittwoch18 – 20 Uhr
Samstag und Sonntag10 – 17 Uhr
Führung jeweils Mittwoch18 Uhr
www.hansjoerg-flueckiger.ch