Florian Nock holt die Silbermedaille

Florian Nock aus Turbenthal hat an den Berufsweltmeisterschaften Silber gewonnen (Foto: zVg)

Der Turbenthaler Zimmermann Florian Nock hat an den Berufsweltmeisterschaften in Abu Dhabi Silber gewonnen. Die gesamte Schweizer Mannschaft schnitt exzellent ab.

Florian Nock aus Turbenthal kann einen weiteren grossen Erfolg verbuchen. Der im Weiler Chäfer oberhalb von Tablat wohnhafte Zimmermann hat sich an den Berufsweltmeisterschaften, neudeutsch World Skills, in Abu Dhabi in seinem Beruf die Silbermedaille geholt. Damit habe er kurz nach dem Wettkampf zwar nicht gerechnet als er seine Arbeit nochmals reflektierte, sagte er in einem Kurzinterview nach der Siegerehrung gegenüber Swiss Skills (siehe Box). Später sei dann aber mehr Zuversicht eingekehrt. Als er schliesslich bei der Siegerehrung auf die Bühne trat, war dies «ein wunderbares Gefühl». Und auch die Erleichterung sei gross gewesen. Geschlagen geben musste er sich nur vom Südkoreaner Jaeyeon Jang. Im Vorfeld hat sich der im TV Bauma turnende Nock einen Podestplatz zum Ziel gesetzt und seit dem Frühling in einer Scheune in Bauma intensiv auf die Weltmeisterschaften trainiert, unter anderem mit dem ehemaligen Weltmeister Peter Schwarz. Zudem hat er im April sein Arbeitspensum auf 50 Prozent reduziert, um sich optimal vorbereiten zu können. Er werde die nächsten Wochen nun ein wenig ausruhen, meinte Nock im Interview gegenüber Swiss Skills abschliessend.

Konkurrenzsituation laufend verschärft

Mit der Silbermedaille in Abu Dhabi hat der Turbenthaler seinen Erfolgslauf fortgesetzt. 2014 wurde er in Bern Schweizermeister. Und an der Zimmerer-Europameisterschaft 2016 in Basel gewann er Silber.

Auch die anderen Schweizer Teilnehmer der Berufsweltmeisterschaft schnitten exzellent ab. Insgesamt erzielte das Swiss-Skills-Team elf Gold-, sechs Silber- und drei Bronzemedaillen. Damit klassierte es sich in der Nationenwertung wiederum im zweiten Rang und war mit Abstand die beste europäische Nation. Hinzu kommen 13 Diplome und drei Zertifikate. Es ist ein Resultat, wie es noch keine Schweizer Delegation vorher je erreicht hat. Zur Veranschaulichung: Über 90 Prozent des Swiss-Skills-Teams haben mindestens ein Diplom erreicht. Bei den insgesamt 51 Berufen konnten die Schweizer in nicht weniger als einem Fünftel die höchste Stufe des Siegerpodests erklimmen.

Der historische Erfolg komme in dieser überragenden Form überraschend, schreibt Swiss Skills in einer Medienmitteilung. Denn die Konkurrenzsituation bei den World Skills habe sich im letzten Jahrzehnt laufend verschärft. Immer mehr Nationen – insbesondere aus Asien und auch aus Südamerika – bereiteten ihre jungen Berufsleute über mehrere Jahre sehr spezifisch auf die Anforderungen an den World Skills vor. Im Gegensatz zu den Schweizern, welche alle eine «normale» Schweizer Berufslehre absolviert und sich erst in den letzten Monaten – grösstenteils in der Freizeit – speziell auf die WM vorbereitet hätten.

Umso grösser ist die Freude bei der Schweizer Delegationsleiterin Christine Davatz: «Ich bin unglaublich stolz auf unser ganzes Team.» Teilnehmer sowie Experten hätten beste Werbung für das Schweizer Bildungssystem, aber auch ganz generell für die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Schweiz gemacht. Wahrscheinlich habe sich für die Schweiz aber auch ausbezahlt, dass in vielen Berufen die Aufgabenstellungen im Vergleich zu den letzten World-Skills-Austragungen erst sehr kurzfristig bekannt gegeben wurden, so Davatz weiter. «Wir haben uns für diese Reglementsänderung stark gemacht. Die Teilnehmer können sich nicht mehr nur auf einzelne spezielle World-Skills-Aufgaben vorbereiten. Es bevorteilt jene, die dank eines entsprechenden Bildungssystems ein breites Wissen und Können in ihrem Beruf erlernt haben.»

Die 38 Schweizer Teilnehmer vertraten in Abu Dhabi 36 Berufe. Insgesamt nahmen an den World Skills rund 1300 Teilnehmer aus 58 Nationen in 51 Berufen teil. Im Wettbewerbsjahr darf man höchstens 22 Jahre alt sein.

 

Swiss Skills
Die Stiftung Swiss Skills hat sich die Stärkung des Ansehens der Berufsbildung in der Öffentlichkeit auf die Fahne geschrieben. Sie koordiniert die Schweizermeisterschaften in über 70 Berufen und ermöglicht jungen Berufsleuten seit 1953 die Teilnahme an den internationalen Berufsmeisterschaften. Swiss Skills fungiert für die Teilnehmenden als Drehscheibe für Kontakte und Informationen, als Kommunikationsplattform, aber unterstützt auch mit umfangreichen Serviceleistungen. Bund, Kantone, Schulen und Organisationen der Arbeitswelt tragen die Stiftung gemeinsam.
Rolf Hug
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