Feuer, Rauch und Flammen

Nach einem Unfall müssen zunänchst die Verletzten geborgen werden – trotz des Fahrzeugbrandes (Fotos: mhi)

Am vergangenen Samstag wurde von der Feuerwehr Zell die Schlussübung für die Jugendfeuerwehr des Bezirks Winterthur ausgerichtet. Aus den eigenen Reihen der Feuerwehr Zell sind fünf junge Leute mit dabei.

Die Jugendlichen werden zu ihrer Übung vom jeweiligen Ortsvertreter ihres Standortes gebracht. Bei der Schlussübung sind auch die Eltern eingeladen, damit sie sich ein Bild machen können, was über das Jahr gelernt wurde. «Es freut mich, dass wir in meinem letzten Dienstjahr noch die Schlussübung der Jugendfeuerwehr organisieren dürfen.» erklärt Jürg Frei, der demnächst scheidende Kommandant der Feuerwehr Zell.

Hausbrand und Verkehrsunfall

Nach einer kurzen Begrüssung durch Vertreter der Jugendfeuerwehr und der zuständigen Ortsfeuerwehr werden zwei Gruppen gebildet und es geht los zu den verschiedenen Einsätzen. Jede der beiden Gruppen hat nacheinander die unterschiedlichen Aufgaben zu lösen.

Nicht weit entfernt, in Nachbarschaft zur Gärtnerei Gerber, gibt es eine beachtliche Rauchentwicklung in einem Wohnhaus. Es muss eine Person durch ein Fenster geborgen werden, zudem wird unter Einsatz von Atemschutzgeräten der Brandherd gesucht und schliesslich geeignete Löschmassnahmen getroffen. Die jungen Leute gehen dabei äusserst ruhig und zielstrebig vor. Der Anwohner wird unter Zuhilfenahme der Leiter geborgen, der Löschschlauch wird gelegt, das Gebäude gesichert.

Am zweiten Einsatzort bietet sich ein etwas anderes Bild. Nach einem Verkehrsunfall brennt ein Fahrzeug, durch den Frontalzusammenstoss sind im anderen Wagen zwei Personen eingeschlossen. Es ist kein Hydrant in der Nähe, glücklicherweise kann nicht allzu weit entfernt Wasser aus einem Kanal entnommen werden. Die Personen sind zu bergen, bevor das brennende Fahrzeug endgültig gelöscht werden kann. Zudem wurde in der Nähe eine Person unter einer Mulde eingeklemmt, auch diese Person muss befreit werden. Die Jugendlichen arbeiten konzentriert, die Handgriffe sitzen. Am Ende wurden zwei Personen in Sicherheit gebracht und auch der Sand-Dummie, der unter der Mulde eingeklemmt war, ist wieder frei.

Das Fahrzeug, das zur Übung der Personenbergung genutzt wurde, hat merklich gelitten. Nicht nur sämtliche Türen fehlen, aufgrund eines vermeintlichen Geräusches ordnet der Einsatzleiter auch das Öffnen des Kofferraums an. Zuletzt wird zu Übungszwecken auch noch das Dach entfernt.

Wer nun denkt, es kann zum gemütlichen Teil übergegangen werden, der irrt. Selbstverständlich steht auch das Reinigen, Überprüfen und Versorgen des Geräts auf dem Plan. Schläuche werden aufgerollt, Material im Einsatzfahrzeug verstaut und auch die Atemschutzgeräte müssen getestet werden, sodass für einen nächsten Einsatz alles an seinem Platz ist. Erst danach folgt ein
gemeinsamer Abschluss mit Ehrungen, Beförderungen und Verabschiedungen.

Ausbildung zum Lebensretter

Derzeit verrichten rund 40 Jugendliche ihren Dienst in der Jugendfeuerwehr des Bezirks, sieben davon sind junge Frauen. «Wer den Dienst in der Jugendfeuerwehr hinter sich hat, wechselt dann mit 18 Jahren als ‹fertiger› Feuerwehrsoldat zu den Ortsfeuerwehren», so Stephan Streich, künftiger Kommandant der Jugendfeuerwehr Winterthur, «und man lernt viele Leute kennen. Die Grösse der Jugendfeuerwehr ist im Moment in Ordnung, aber es mag schon noch mehr vertragen.»

Die Ausrüstung wird gestellt durch die Gebäudeversicherung des Kantons Zürich. Einen Ernstfall gibt es für die jungen Leute natürlich noch nicht, das ist den Erwachsenen vorbehalten. Die Einsätze umfassen ca. acht bis zehn Übungen pro Jahr, gegebenenfalls kommen noch zwei Wettkämpfe dazu. Die Übungen finden im Wechsel bei den Ortsfeuerwehren des Bezirks statt. Um an den Einsatzort zu kommen, trifft man sich beim Feuerwehrdepot der eigenen Gemeinde. Von dort werden die Jugendlichen durch den zuständigen Ortsvertreter zum Übungsort gebracht.

Auch wenn die Kameradschaft im Vordergrund steht, ist die Jugendfeuerwehr doch kein Hobby wie jedes andere. Der Hintergrund der Ausbildung ist ausgesprochen ernst. In diesem Jahr treten neun Jugendfeuerwehrleute in die Ortsfeuerwehren über. Sie stehen dann im kommenden Jahr im Einsatz und können die Erfahrung und das Gelernte nutzen, um Leben zu retten.

Wer zwischen 14 und 17 Jahren alt ist und interessiert an der Arbeit der Feuerwehr, kann sich sowohl über die Ortsfeuerwehren als auch über die Homepage der Jugendfeuerwehr des Bezirks Winterthur melden.

Weitere Informationen:
www.jugendfeuerwehr-winterthur.ch