Fast so präzis wie eine Schweizer Uhr

Martin Uhr, Mitglied des Pistolenschiessvereins Tösstal, erwies sich am Eidgenössischen Schützenfest im Wallis mit seiner Pistole als treffsicher und siegte in der Kategorie 50 Meter Nachdoppel C.

Martin Uhr mit Ordonnanzwaffe und Auszeichnung vor dem Schützenhaus in Turbenthal (Foto: abs)
Martin Uhr mit Ordonnanzwaffe und Auszeichnung
vor dem Schützenhaus in Turbenthal (Foto: abs)

Der junge Pascal Bachmann aus Wila überraschte am Eidgenössischen Schützenfest mit seinem dritten Platz in der prestigeträchtigen Kategorie Sportgewehr 300m («Tößthaler» vom 18. Juli 2015). Er war jedoch nicht der einzige treffsichere Tösstaler im Wallis. Martin Uhr wohnt zwar seit 15 Jahren in Hittnau, bekräftigt aber: «Im Herzen werde ich immer ein Tösstaler bleiben». Er entschied mit der Ordonnanzpistole die Kategorie Nachdoppel C über 50 Meter zu seinen Gunsten.

Martin Uhr feierte seinen 63. Geburtstag «einsam im Wallis», wie er schmunzelnd erzählt. Am diesjährigen Schützenfest war er nämlich nicht nur als Schütze im Einsatz, er half als Freiwilliger auch aktiv mit. Dies kam vor allem wegen eines guten Schützenkameraden aus dem Wallis zustande. Aufgewachsen ist Uhr im Bühl im Turbenthaler Pirg. Nach der Schule absolvierte er eine Lehre als Automechaniker, bestand die Meisterprüfung und führte 33 Jahre lang die Garage Rathgeb in Kollbrunn. Dort arbeitet er auch jetzt noch, aber nur in einem Teilzeitpensum.

Seit 1977 ist Martin Uhr Mitglied im Pistolenschiessverein Tösstal, seit 1993 wirkt er im Vorstand mit. Im Militär bekleidete er den Rang eines Technischen Feldweibels. Als solcher wurde er mit einer Ordonnanzpistole ausgestattet. Dies ermöglichte ihm den Eintritt in den damals erlauchten Kreis der Pistolenschützen im Tösstal. «Man kam nur in den Verein, wenn man Offizier oder Höherer Unteroffizier war», erinnert er sich. Heute sind die Regeln nicht mehr so streng, dennoch plagen den Verein Nachwuchssorgen. Deshalb war die Teilnahme am diesjährigen Schützenfest auch sehr gering. «Wir reisten zusammen mit den Schützen aus Pfäffikon ins Wallis, so brachten wir einen Bus voll», sagt Uhr. Nichtsdestotrotz war es eine «glatte Sache», findet der erfolgreiche Schütze.

Der grösste Erfolg

Wie die meisten Schützen begann Martin Uhr mit dem Sturmgewehr bei den Jungschützen. Dass er dann zu den Pistolenschützen wechselte, lag in erster Linie an der Ordonnanzpistole: «Für beide Waffen reichte die Zeit nicht». Einmal pro Woche trainiert er mit der Pistole im Schützenhaus Wiesenthal in Turbenthal. «Ab und zu trainiere ich in Pfäffikon im 25-Meter-Stand.»

Martin Uhr liess sich vor dem Schützenfest bei Optik Barth in Turbenthal eine Schiessbrille anfertigen. Dies zahlte sich offenbar aus. Der Tösstaler schoss unter 60 Teilnehmern das beste Resultat im Nachdoppel Kat. C. Mit 1453 Punkten vermochte er den stärksten Konkurrenten um drei Punkte zu distanzieren. Der Drittplatzierte lag schon elf Punkte zurück. «Ich habe an einem Morgen probiert, und es hat gleich gepasst», freut sich der Kategoriensieger. Er habe bereits zweimal das Usterschiessen über 50 Meter gewonnen und ab und zu einen kantonalen Stich, doch dies sei sicher sein bisher grösster Erfolg.

Eine Goldmedaille gab es nicht für diesen Sieg. Aber das Kranzabzeichen sieht ähnlich aus und wird ihm sicher Freude bereiten. Zusätzlich gewinnt er etwas Preisgeld, aber «reich wird man beim Schiessen nicht.»

In den Kategorien A und B wird mit Sportwaffen geschossen, vor allem im A sind die Anforderungen sehr hoch. Am meisten Schützen starten im B, denn diese Kleinkaliberwaffe hat wenig Rückschlag und die Munition ist relativ günstig. In der Kategorie C benützen die Sportler die Ordonnanzwaffe, mit der laut Martin Uhr höhere Resultate schwierig zu erreichen sind, weil sie einen stärkeren Rückschlag hat. Zudem sind die Patronen deutlich teurer als die sogenannte Randfeuermunition (Kleinkaliber).