«Es bedeutet mir viel, meinen Beruf sowie meine Nation vertreten zu dürfen»

Florian Nock (links) und sein Betreuer und Chefexperte Zimmerei, Adrian Wenger (Foto: zVg)

Alle zwei Jahre finden die Berufsweltmeisterschaften statt, wo Kandidaten aus verschiedensten Berufsfeldern gegeneinander antreten. Die Schweizer Zimmerleute werden dieses Jahr von Florian Nock aus Turbenthal vertreten.

Alle zwei Jahre finden an wechselnden Austragungsorten Berufsweltmeisterschaften, WorldSkills Competitions genannt, statt. Dieses Jahr wird die Meisterschaft vom 14. bis 19. Oktober in Abu Dhabi ausgetragen. Es werden über 1300 Kandidaten aus 76 Nationen der ganzen Welt erwartet.

Die WorldSkills Competitions stehen allen offen, die in regionalen und nationalen Berufswettbewerben aus allen fünf Kontinenten als Sieger hervorgegangen sind. Die Teilnehmenden dürfen im Wettbewerbsjahr höchstens 22 Jahre alt sein.

Die Schweiz wird vom SwissSkills Team vertreten, welches dieses Jahr mit elf Frauen und 27 Männern antritt. Einer von ihnen ist Florian Nock aus Turbenthal. Der Zimmermann hat bereits einige Erfolge verbucht: An den SwissSkills 2014 in Bern holte er Gold, bei der Zimmerer-Europameisterschaft 2016 in Basel gewann er Silber. Nun steht ihm eine neue Herausforderung bevor: die WorldSkills Competitions in Abu Dhabi, Vereinigte Arabische Emirate.

Stolz auf seinen Beruf 

Florian Nock wusste schon sehr früh, dass er einen Beruf erlernen will, bei dem er mit Holz arbeitet. «Ich habe Gefallen daran, drinnen und draussen zu arbeiten. Zudem ist der Beruf sehr vielfältig und jede Baustelle bietet neue, interessante und abwechslungsreiche Arbeiten und Detaillösungen.» Seine Lehre zum Zimmermann hat er bei der Firma Jampen Holzbau in Hittnau absolviert, seit knapp einem Jahr ist er bei der Flück Holzbau AG in Wangen ZH angestellt. «Ich arbeite sehr gerne mit Holz und mag die grosse Abwechslung der Arbeiten. Es ist immer schön am Abend zu sehen, was man geleistet hat. Zudem mag ich es, mich körperlich zu betätigen», meint der Tösstaler.

Die Berufsmeisterschaften empfindet Nock als sehr lehrreich, auch wenn die Aufgaben nicht eins zu eins den Arbeiten im Alltag entsprechen. Trotzdem habe er durch die Trainingsstunden seine Effizienz gesteigert und dabei neue Beziehungen geknüpft. «Es bedeutet mir viel, meinen Beruf sowie meine Nation auf internationalem Parkett vertreten zu dürfen», sagt der 21-Jährige stolz.

Ziel ist ein Podestplatz 

Auf die diesjährigen WorldSkills in Abu Dhabi bereitet sich der Turbenthaler bereits seit März vor, und profitiert dabei von seinen gesammelten Erfahrungen an den Europameisterschaften. «Diese Trainings kommen mir natürlich zu Gute», sagt Nock. Auch wird er vom Experten Adrian Wenger unterstützt. Dieser ist schon zum vierten Mal an den WorldSkills als Experte dabei, dieses Jahr erstmals als Chefexperte. Als solcher ist er für den gesamten Ablauf sowie für die Bewertung der Kandidaten zuständig. Am 8. Oktober fliegt er gemeinsam mit dem Schweizer Team nach Abu Dhabi. Das Training sei zu einem grossen Teil abgeschlossen, jetzt gehe es noch darum, einzelne Bereiche zu perfektionieren oder kleine Optimierungen vorzunehmen, so Wenger.

Das Ziel an so einer Weltmeisterschaft sei natürlich immer ein Podestplatz, aber so einfach sei es eben nicht, weiss der Unternehmer. «Die anderen Nationen haben in den letzten Jahren aufgeholt, und das allgemeine Niveau ist sehr hoch geworden.» Trotzdem seien die Chancen auf einen Podestplatz durchaus gegeben, auch für Florian Nock. Dieser würde sich natürlich sehr über eine Auszeichnung freuen, zumal es eine schöne Entschädigung für die intensiven Trainingsstunden wäre. Nock will auch nach den WorldSkills definitiv in seinem Berufsfeld bleiben: «Ich habe vor noch mehr Berufserfahrung zu sammeln, um mich dann weiterzubilden in Richtung Holzbautechniker.»

Ein offizieller Empfang für die Schweizer Delegation ist am 21. Oktober 2017 um 14.30 Uhr in der Messe Zürich geplant. Angehörige, Sponsoren, Supporter und Fans sind eingeladen, an der Willkommensfeier teilzunehmen.

 

ENTSTEHUNG
Die Idee, einen internationalen Wettbewerb für junge Berufsleute durchzuführen, entstand 1950 in Spanien. Den Anfang bildete ein rein iberisches Kräftemessen zwischen den zwölfköpfigen Teams aus Spanien und Portugal. Diplomatische Beobachter aus mehreren europäischen Ländern zeigten sich so begeistert, dass sie den Gedanken aufnahmen. Daraufhin wurde die Internationale Organisation zur Förderung der Berufsbildung und der internationalen Berufswettbewerbe (IVTO) gegründet. 1953 fand unter den Fittichen der IVTO in Madrid der erste Berufswettbewerb statt. Mit dabei waren Spanien, Portugal, Marokko, Deutschland, Frankreich und Grossbritannien. Die Schweiz macht ebenfalls seit 1953 mit. Bis 1971 wurde die Veranstaltung jährlich im Sommer durchgeführt, ab 1973 fand sie jedes zweite Jahr im Herbst statt. Seit 1999 tritt die IVTO unter der Bezeichnung WorldSkills auf; die Berufsweltmeisterschaften werden WorldSkills Competitions genannt. Mehr unter www.swiss-skills.ch