Erhöhtes Risiko einer Steuerfusserhöhung

Der Gemeinderat hat im Zusammenhang mit der Sanierung des Gemeindehauses zwei Zusatzkredite für ungebundene Ausgaben zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet: Einer enthält die Versetzung des Brunnens auf die Zugangsseite (Foto: hug)

Der Gemeinderat Bauma hat sich an seiner letzten Sitzung Ende April mit den Auswirkungen des kantonalen Sparprogramms sowie mit dem Risiko einer Steuerfusserhöhung befasst. Ausserdem hat er die nicht gebundenen Ausgaben für die Gemeindehaussanierung beraten.

Der Gemeinderat hat die Legislaturplanung überprüft und aufgrund der Neuwahl von Jürg Bosshard in den Gemeinderat, kleinere Änderungen bei den Verantwortlichkeiten vorgenommen. Die Leitsätze und Ziele für die laufende Legislaturperiode haben keine Änderungen erfahren.

Im Rahmen der Finanzplanung überprüfte der Gemeinderat insbesondere die bereits im letzten Jahr vorgenommene Beurteilung, inwieweit sich die Leistungsüberprüfung des Kantons (Lü16) auf die finanzielle Ausgangslage der Gemeinde auswirken wird. Dabei ging der Gemeinderat letztes Jahr noch davon aus, dass die kumulierten finanziellen Auswirkungen von Lü16 für Bauma einen Mehraufwand von rund zwei bis drei Steuerprozenten verursachen würden. Gemäss aktueller Einschätzung ist lediglich mit einem Mehraufwand von rund einem Steuerprozent oder rund 230’000 Franken zu rechnen.

Der Gemeinderat gibt damit aber noch nicht Entwarnung: Die Gesamtbeurteilung der künftig zu erwartenden Aufwands- und Ertragssituation zeigt nämlich auf, dass in den nächsten fünf Jahren ein erhöhtes Risiko für eine Steuerfusserhöhung von fünf bis sieben Steuerprozenten besteht. Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird vom Gemeinderat als mittel beurteilt.

Sanierung Gemeindehaus: Zwei Zusatzkredite

Der Gemeinderat hat im Zusammenhang mit der Sanierung des Gemeindehauses zwei Zusatzkredite für ungebundene Ausgaben zuhanden der Gemeindeversammlung vom 19. Juni 2017 verabschiedet. Er beantragt der Gemeindeversammlung die beiden Zusatzkredite für ungebundene Ausgaben zu bewilligen. Für den Ausbau des Chronikarchives, welches sich bereits heute im Gemeindehaus befindet, den Einbau eines Duschraums, die Verbesserung der Wandoberflächen im Treppenhaus sowie die Versetzung der heutigen Brunnenanlage auf die Zugangsseite wird ein Zusatzkredit von 237’000 Franken beantragt.

Ein zweiter Zusatzkredit umfasst die erweiterte Neugestaltung der Umgebung im Eingangsbereich. Die Option sieht vor, das Gebäude und zwei Baumgruppen mit einer Pflästerung zu umfassen. Mit der Pflästerung wird der Fahrbereich um das Gebäude optisch eingeschränkt. Zur Dorfstrasse hin sorgt eine Sitzmauer für die nötige Abgrenzung. Durch die zwei Baumgruppen und die Sitzmauer entstehen vor dem Gemeindehaus zwei Plätze mit wesentlich höherer Aufenthaltsqualität, was insbesondere für Trauungen attraktiv ist. Für diese Umgebungsarbeiten beantragt der Gemeinderat der Gemeindeversammlung einen Zusatzkredit von 310’000 Franken.

Gemeindeliegenschaft soll verkauft werden

Die Gemeinde Bauma hat alle eigenen Grundstücke und Liegenschaften erhoben und vorerst eine interne Bedarfsabklärung über alle Ressorts durchgeführt. Aufgrund dieser Analyse stellte sich heraus, dass die Parzelle BA6787 mit 4158 Quadratmetern Fläche in der Wohnzone W3, angrenzend an das Schulhaus- und Hallenbadareal, getrennt durch die Altlandenbergstrasse, nicht mehr benötigt wird. In den nächsten Jahren stehen für die Gemeinde für den Anbau und die Sanierung des Altersheims Böndler, für die Sanierung des Gemeindehauses, des Hallenbades und des Werkhofs Investitionen von rund 21 bis 26 Millionen Franken an. Der Verkauf der Parzelle könnte rund 2,5 Millionen Franken an die geplanten Investitionen beitragen. Der Gemeinderat beantragt deshalb der Gemeindeversammlung, ihn mit dem Verkauf des Grundstücks zu einem Mindestverkaufspreis von 600 Franken je Quadratmeter zu ermächtigen.

Stellungnahmen zum Verbundfahrplanprojekt 2018 – 2019

Wie bereits in den vergangenen Jahren erfolgt die Auflage des Verbundfahrplanprojekts 2018 – 2019 nicht mehr als Papierversion, sondern wurde nur noch im Internet aufgeschaltet. Mit der Publikation im amtlichen Publikationsorgan der Gemeinde vom 9. März 2017 wurde die Bevölkerung eingeladen, bis zum 31. März 2017 Änderungswünsche an die Gemeinde zu richten. Bis zum 11. April 2017 gingen verschiedene Begehren von zwei Organisationen (IG Tösstallinie und Pro Oberland) ein. Privatpersonen reichten keine Eingaben ein. Der Gemeinderat unterstützt folgende Begehren:

  • Einführung einer neuen S 26 Bauma ab 5.04 Uhr, Winterthur an 5.38 Uhr;
  • Verlängerung der S 26 von Rüti bis Rapperswil;
  • Verschiebung der Abfahrtszeit der S 23 ab Winterthur um zwei Minuten von X.18 und X.48 auf X.20 und X.50 sowie
  • das Zusammenführen der Postauto-Linie Uster – Pfäffikon (830) und Pfäffikon – Bauma (835) zu einer durchgehenden Linie.

Ein Begehren für eine zusätzliche S 26 ab Winterthur um 4.45 Uhr sowie einer zusätzlichen S 26 Bauma ab 20.22 Uhr nach Rüti lehnt der Gemeinderat ab.

Erfassung des Kulturerbes

Bauma hat ein wertvolles Kulturerbe, das der Nachwelt erhalten und auch nähergebracht werden soll. Die Auslegeordnung dient einerseits der Gemeinde, indem sie hilft, das Bewusstsein von Behörden und Bevölkerung für das Kulturerbe zu wecken. Andererseits dient die Auslegeordnung der Region, indem sie den Informationsaustausch und die Zusammenarbeit erleichtert. Das Kulturerbe soll der Bevölkerung zugänglich gemacht und touristisch genutzt werden. Die Chronikkommission hat sich bereit erklärt, die Erarbeitung der Auslegeordnung anzugehen und diese bis Ende 2017 abzuschliessen. Es wird mit einem Aufwand von rund 100 Stunden bzw. Aufwendungen von rund 2500 Franken gerechnet.

Beförderungen in der Verwaltung

Am 1. März 2017 beschloss der Gemeinderat, die bestehende Abteilung Hochbau und Liegenschaften + Tiefbau und Werke, welche sowohl aufgabenmässig wie auch personell eine der grössten Abteilungen der Gemeinde Bauma ist, in zwei Abteilungen aufzuteilen. Felix Adelmeyer, seit 1. März 2016 als Bereichsleiter Hochbau der Gemeinde Bauma tätig, stellt sich der Herausforderung und verantwortet seit 1. Mai 2017 die Leitung der neu geschaffenen Abteilung Hochbau und Liegenschaften.

Auf die Mitte März ausgeschriebene Stelle Abteilungsleiter Tiefbau und Werke gingen 13 Bewerbungen ein. In der Person von Robert Sturzenegger konnte ein gestandener Fachmann mit fundierten Kenntnissen gefunden werden. Sturzenegger war während rund 14 Jahren als Leiter Werkhof in einer Nachbargemeinde tätig. Im Jahr 2014 wurde er zum Abteilungsleiter befördert und ist seither unter anderem verantwortlich für die in der Gemeinde Bauma zu bearbeitenden Bereiche. Der Stellenantritt erfolgt am 1. bzw. 2. August 2017.

Vermächtnis für eine Feuerstelle

Eine Privatperson hinterlässt der Gemeinde Bauma in ihrem Testament zweckgebunden 50’000 Franken für die Errichtung einer gedeckten Feuerstelle mit Holzschopf. Der Gemeinderat wird mit den involvierten Personen Kontakt aufnehmen, um das Vermächtnis umzusetzen.

Jahresbericht des Bibliotheksvereins

Der Gemeinderat hat den Jahresbericht sowie die Jahresrechnung 2016 des Bibliotheksvereins Bauma zur Kenntnis genommen. Die Anzahl ausgeliehener Medien (Bücher, Comics, CDs, DVDs und Kassetten) blieb 2016 stabil. Zusammen mit den digitalen Ausleihen resultierte ein Anstieg von sechs Prozent. Bei Einnahmen von rund 66’683 Franken und Ausgaben von rund 58’402 Franken resultierte 2016 ein Einnahmenüberschuss von rund 8281 Franken. Die Gemeinde Bauma unterstützt den Verein mit einem jährlichen Beitrag von rund 34’000 Franken.

 

Infoveranstaltung
Am 1. Juni 2017 um 19 Uhr führt der Gemeinderat Bauma eine Informationsveranstaltung zum Stand der Sanierung des Gemeindehauses im Gasthaus zur Tanne durch. Eine separate Ankündigung mit weiteren Informationen folgt ungefähr zwei Wochen vor der Informationsveranstaltung.