Engagement zu Gunsten einer unversehrten Natur

Unter dem Schilderwald des VVST geniesst Karin Götz die letzten Sonnenstrahlen des Tages (Foto: rg)

Seit vier Jahren ist Karin Götz Präsidentin des Verkehrsvereins Sternenberg. Mit verschiedenen Angeboten bietet der 110 Jahre alte Verein mitten in der Natur die Möglichkeiten, sich vom Alltagsstress zu erholen. Eine prächtige Gegend lockt. 

Mit dem Slogan «einfach.anders» wirbt der Verkehrsverein Sternenberg (VVST) für das Tourismusgebiet der einst höchst gelegenen Gemeinde im Kanton Zürich. Seit der Fusion mit Bauma im Jahre 2015 gilt das mit der höchstgelegenen Gemeinde nicht mehr, hingegen der Werbespruch schon. Betone man «einfach» und dann das Wort «anders», so hebe sich die Bedeutung ab von dem ebenfalls aussagekräftigen Wortspiel «einfach anders», führt die Vereinspräsidentin Karin Götz aus. Im Weiler auf gut 800 Metern über Meer, umgegeben von saftigen Wiesen, mag das Leben deshalb «einfacher» sein, weil «andere» äussere Einflüsse weniger in das Leben der Menschen drängen als in einer Stadt. «Es ist wichtig, die Natur zu pflegen und so anderen die Möglichkeit zu geben, sie zu erleben», erklärt die Präsidentin. Wo nötig, packt die 51-jährige auch selber an und hilft auch mal bei Revisionsarbeiten der Wanderwege.

Der VVST unterhält insgesamt 38 Bänkli und fünf Feuerstellen sowie drei Rundwege plus einem Gesundheitspfad und einem Baumlehrweg. Die Vorstandstätigkeit ist ehrenamtlich. Den Aufwand empfindet Götz als nicht belastend, denn sie könne auf einen guten und aktiven Vorstand zählen, erklärt sie. «Dafür bin ich wirklich dankbar», fügt sie an. Wenn die Feuerstellen und Bänkli regelmässig kontrolliert werden, so sei das für alle «einfach» schön. «Anders» wäre es wohl, wenn sie ständig nachhaken müsste. Derzeit dürften es um die 50 Personen sein, die den Verein mit einer Spende unterstützen, wer einen Mindestbeitrag zahlt, wird automatisch als Mitglied aufgeführt.

Motivation, etwas fürs Dorf zu machen

Karin Götz kam vor zehn Jahren der Liebe wegen nach Sternenberg. Zusammen mit ihrem Lebenspartner wohnt sie in einem Haus mit vier Wohnungen. Es ersetzte nach dem Abbruch das einstige Restaurant Felsenegg. Von da öffnet sich der Blick über das Tal –  was für ein toller Fernblick! Bald einmal nahm die Neuzuzügerin Einsitz im VVST. Erst als Aktuarin, seit vier Jahren nun als Präsidentin. «Meine Motivation ist, etwas für das Dorf zu tun», erklärt sie. Die Gemeinde leiste einen finanziellen Beitrag an den Verein, führt sie erklärend an, denn das Interesse an der Erhaltung der guten Infrastruktur sei da. Nach der Fusion mit Bauma kann der VVST nach wie vor selbständig wirken, mit den Baumern findet indes ein guter Austausch statt. Drei Legate zu Gunsten des Sternenberger Gemeindegebietes aus der Zeit der Eigenständigkeit haben nach der Zusammenlegung zur «Stiftung Pro Sternenberg» geführt. Zusammen mit Vertretungen aus Gemeinderat und anderen Dorfvereinen ist Karin Götz als VVST-Delegierte in dieses Gremium gewählt worden. In der Planung ist nun eine durch Lebensgeschichten aus dem Dorf ergänzte Chronik. Wenn mit der Winterzeit etwas Ruhe ins Dorf einkehrt, dann kommt ein grosses und nostalgisches Volksrennen ins Dorf. Als Vorstandsmitglied ist Götz im Fassdaubenclub Schindlet ebenfalls bei der Organisation dabei.

Eine andere Dimension ist die Berufstätigkeit

Beruflich ist Karin Götz im Marketing- und Eventbereich tätig. Sie ist Mitinhaberin der Firma «Swiss Circle», einer Plattform für den Schweizer Immobilienmarkt, die seit über 20 Jahren besteht. Das Unternehmen bietet Immobilienvertretern ein umfassendes Netzwerk. So organisiert Götz unter anderem für die internationale «Expo Real» in München einen Messestand als Treffpunkt für die Branche. Ein weiteres, gleichbedeutendes und für die Schweizer Wirtschaft wichtiges Event wird jährlich unter ihrer Ägide im südfranzösischen Cannes durchgeführt. Die Möglichkeit, sich weit ab vom Tagesgeschäft mit Berufsleuten gleicher Couleur zu treffen, wird in der Immobilienbranche geschätzt. Wer so im Marketing tätig ist, der weiss um den Werbeeffekt des Films «Sternenberg» für die Berggemeinde. So freut sich Karin Götz denn auch, dass im Gedenken an den «ältesten Sternenberger Schüler», Matthias Gnädinger (gestorben 2015), die Stiftung Pro Sternenberg eine des Schauspielers würdige Ruhebank beim Aussichtspunkt Habrüti gespendet hat. Hier nach einem Rundgang durch das Dorf zu sitzen und den Blick schweifen zu lassen über die Hügel und Wälder, das ist genau das, was der VVST den Menschen gönnen möchte.