Ende Oktober schliesst die Rikemer Poststelle

Die Poststelle in Rikon geht am 21. Oktober zu. Die Postfächer bleiben bis auf Weiteres bestehen (Foto: hug)

Bereits seit gut zwei Jahren ist klar, dass die Poststelle in Rikon diesen Herbst schliesst. Ab 23. Oktober sind Postdienstleistungen im Volg-Laden nebenan erhältlich.

Die Poststelle in Rikon macht am 21. Oktober ihre Türen zu. Dies teilte die Post kürzlich in einem Informationszettel an die Bevölkerung mit. Ab 23. Oktober sind Postdienstleistung im Volg-Laden nebenan erhältlich. Damit setzt die Post den Trend fort, weg von Poststellen hin zu -agenturen, die sich meist in lokalen Lebensmittelgeschäften befinden. So geschehen vor längerer Zeit zum Beispiel auch in Saland.

Die Gründe für die Schliessung sind dabei meist dieselben: Herkömmliche Postdienstleistungen würden durch E-Banking und Emails verdrängt, die Konkurrenz auf dem Paketmarkt nehme zu. Der klassische Postschalter verliere dadurch immer mehr an Bedeutung. «Trotz steigender Einwohnerzahl ist die Nachfrage für den längerfristigen Betrieb einer eigenständigen Poststelle zu bescheiden», hiess es in der Mitteilung vom Herbst 2015, in der die Schliessung angekündigt wurde. Der Zeller Gemeinderat setzte sich zwar für den Erhalt der Poststelle ein. Eine unveränderte Weiterführung war für die Post aber keine realistische Option. Worauf man sich auf eine Postagentur-Lösung im örtlichen Volg verständigen konnte.

Keine Reduktion des Sortiments

Die Post hebt hervor, dass mit der neuen Agentur der Dorfladen durch ein zusätzliches Standbein gestärkt wird, und die Kunden von längeren Öffnungszeiten profitieren. Heute hat die Rikemer Poststelle werktags sechseinhalb Stunden, am Samstag zwei Stunden geöffnet. Der Volg-Laden und damit die neue Postagentur wesentlich länger; werktags elf und samstags siebeneinhalb Stunden.

Das Sortiment des Volg-Ladens erfahre durch den Einbau des Postmoduls ausserdem keine Reduktion, erklärt Thomas Aeschbacher. Er ist Geschäftsführer der Wisligzäller Genossenschaft, die den Volg in Rikon als auch in Weisslingen und eine hauseigene Bäckerei in Kollbrunn betreibt. Die Genossenschaft ist Mitglied der Fenaco und hat aktuell 155 Mitglieder, die sich vorwiegend aus Bauern der Gemeinden Zell und Weisslingen sowie aus treuen Kunden aus den beiden Gemeinden zusammensetzen. Zum Postmodul zugestimmt hat die Wisligzäller Genossenschaft unter anderem aufgrund der guten Erfahrungen in Weisslingen. Dort ist ein solches im örtlichen Volg bereits in Betrieb.

Das neue Angebot in Rikon wird mit dem bestehenden Personal abgedeckt. Die Volg-Mitarbeiter durchlaufen dabei eine einwöchige Schulung, die durch die Post direkt im Volg-Laden durchgeführt wird. Die Mitarbeiter können dabei diverse Postgeschäfte direkt in der Filiale eins zu eins durchführen. Für die erbrachten Dienstleistungen erhält die Genossenschaft eine Entschädigung von der Post.

Änderungen bei Ein- und Auszahlungen

Auf Seiten Post ist von der Schliessung eine Mitarbeiterin betroffen, wie Mediensprecher Markus Werner mitteilt. Sie werde künftig auf einer Poststelle in Winterthur tätig sein. Auf das Post-Verteilpersonal in Rikon oder die Poststelle in Kollbrunn hat die Schliessung keine Auswirkungen. Die Hauszustellung erfolgt weiterhin über die Zustellstelle in Rikon. Ebenso bleiben die Postfächer «bis auf Weiteres» am gleichen Standort und im gleichen Umfang erhalten. Änderungen ergeben sich mit der Postagentur im Volg aber bei Ein- und Auszahlungen. So kann im Volg mit der Postfinance-Card nur noch Bargeld bis maximal 500 Franken abgehoben werden, während bei einer traditionellen Poststelle der Bargeldbezug grundsätzlich nicht limitiert ist. Die Bezugslimite von 500 Franken in der Partnerfiliale orientiere sich an den Erfahrungen bei der Höhe von Bargeldbezügen für den täglichen Bedarf, erklärt Werner. Der durchschnittliche Bargeldbezug liege zwischen 200 und 300 Franken. «Wir halten die Beschränkung auf 500 Franken deshalb für vertretbar.» Für höhere Bargeldbezüge stünden ausserdem die umliegenden Poststellen zur Verfügung oder ein Postomat in Turbenthal.

Weiter sind im Volg keine Bargeldeinzahlungen mehr möglich. «Hauptgründe sind Fragen der Sicherheit und die hohen Anforderungen im Zusammenhang mit dem Geldwäschereigesetz», so der Post-Mediensprecher. Würden Bareinzahlungen angeboten, hätte dies für die Post-Partner hohe Investitionen in Sicherheitseinrichtungen und einen unverhältnismässig hohen Aufwand bei der Personalausbildung zur Folge. Werner hebt hervor, dass Postkunden jedoch in allen Ortschaften, die ausschliesslich über Partnerfilialen verfügen, Bareinzahlung direkt an der eigenen Haustür beim Zustellpersonal tätigen können.

Auf den oft geäusserten Vorwurf angesprochen, bei Postagenturen fehle die nötige Diskretion vor allem hinsichtlich Geldgeschäften, verweist Markus Werner auf regelmässige Kundenbefragungen. Diese sei sichergestellt. «Die Kunden geben den Partnerfilialen auch bezüglich der Diskretion gute Noten.»

Rolf Hug
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