Einvernehmliche Lösung für Postzustellung gefunden

Die Post hebt Anfang Oktober die Postfächer in Wila auf. Die Gemeinde und viele Gewerbetreibende hatten keine Freude an dieser Nachricht. Doch nun hat die Post Hand zu einer einvernehmlichen Lösung geboten.

Hans-Peter Meier hatte keine Freude, als er im Frühling von der Post mitgeteilt bekam, die Postfächer in Wila würden per  1. Oktober aufgehoben und nach Turbenthal verlegt. «Die Post hatte versprochen, dass es auch nach der Schliessung der Poststelle Wila weiterhin Postfächer in der neuen Post-Agentur im Volg geben wird», sagte Meier damals.

Zahlreiche Unannehmlichkeiten

Besonders für lokale Gewerbetreibende wäre die Lösung mit einem neuen Postfach in Turbenthal oder mit Warten bis zur Zustellung mit zahlreichen Unannehmlichkeiten verbunden gewesen: Ein Unternehmen hätte die Wahl gehabt, die Post am Morgen von einem eigenen Mitarbeitenden abholen zu lassen oder zu warten, bis die Post im Laufe des Vormittags vom Postboten zugestellt wird. Beide Varianten waren für rund zehn Unternehmen inakzeptabel, denn die rechtzeitige Verfügbarkeit der Tagespost ist für Gewerbebetriebe entscheidend. Dies ergab eine von der Gemeinde Wila durchgeführte Umfrage bei etwa drei Dutzend Postfach-Kunden.

Tagespost zu Arbeitsbeginn erhalten

Unterdessen haben sich der Gemeindepräsident und ein Vertreter der Post getroffen. Letzterer konnte dem Gemeindepräsidenten eine Zustelllösung vorstellen, welche sicherstellt, dass die Gewerbetreibenden in Wila am Morgen zu Arbeitsbeginn ihre Briefe und Pakete erhalten. «Wir haben die Zustelltouren neu so gelegt, dass in Gebieten mit vielen Gewerbetreibenden die Zustellung gleich am Morgen als Erstes stattfindet», sagt Post-Sprecher Markus Werner auf Anfrage. Die Rückmeldungen der Gewerbetreibenden seien mehrheitlich positiv gewesen, fügt Werner hinzu.

Auf den Vorschlag der Gemeinde Wila, in der neuen Post-Agentur im Volg-Verkaufsgeschäft weiterhin Postfächer anzubieten, ist die Post hingegen nicht eingegangen: «Die Nachfrage nach Postfächern ist in der ganzen Schweiz seit einigen Jahren rückläufig – so auch in Wila. Deshalb haben wir aus betriebswirtschaftlichen Gründen darauf verzichtet, weiterhin Post­fächer in Wila anzubieten», begründet Werner die Entscheidung, die Postfächer in Wila definitiv aufzuheben. Wer trotzdem ein Postfach wünsche, könne eines in Turbenthal mieten.

Gemeindepräsident Hans-Peter Meier bestätigt, dass die Gespräche mit dem Vertreter der Post konstruktiv und lösungsorientiert waren. «Mit jenen Postfach-Kunden, die gemäss unserer Umfrage dringend auf eine frühe Zustellung der Tagespost angewiesen sind, hat die Post Kontakt aufgenommen und eine individuelle Lösung angestrebt», stellt Meier fest. Auch die Gemeindeverwaltung und das Betreibungsamt würden von dieser Lösung profitieren. Deshalb, so Meier, habe er nicht mehr auf der Weiterführung von Postfächern in der Post-Agentur beharrt. «Ich bin zufrieden mit dieser Lösung.»

Ähnliche Lösung für Rikon

Auch in Rikon werden die Postfächer per Anfang Oktober ­aufgehoben. Auf den gleichen Zeitpunkt hin wird die bishe­rige Postzustellstelle Rikon ins Industriegebiet von Turbenthal verlegt.
Bisherige Postfachkunden erhielten von der Post die Möglichkeit, entweder in Kollbrunn oder in Turbenthal ein neues Postfach zu mieten. Ähnlich wie in Wila, wäre ­diese Lösung für grosse Geschäftskunden wie zum Beispiel Kuhn Rikon oder die Gemeindeverwaltung Zell mit zusätzlichen Umtrieben verbunden gewesen. Mit grossen Geschäftskunden wurden deshalb gemäss Post-Sprecher Markus Werner separate Lösungen vereinbart. Wie in Wila geschieht dies durch die Zustellung der Tagespost am Anfang der normalen Tour.