Ein letzter Infoanlass zur Schulfusion

Der Gemeinderat Elsau empfiehlt ein Nein zur Fusion der Primarschulen Elsau (hier im Bild) und Schlatt und der Oberstufe Elsau-Schlatt. Wie entscheiden die Stimmbürger? (Foto: sl)

Am 26. November steht die Abstimmung über den Zusammenschlussvertrag der Schulen Elsau und Schlatt an. Am 1. November luden die Projektleiter Thomas Keller, Philip Berni und Roman Arnold deshalb ein weiteres Mal zu einer Informationsveranstaltung ein.

Im Gemeindesaal Schlatt blieben auch an der letzten Informationsveranstaltung vor der Abstimmung über die Schulfusion wieder einige der Plätze unbesetzt. Vermutlich dieses Mal zudem, weil bereits im Vorfeld in verschiedenen Zeitungsberichten und an anderen Anlässen erläutert wurde, was ein Zusammenschlussvertrag der Schulen im Detail bedeutet. Aus diesem Grund beschloss Thomas Keller, der die Präsentation vortrug, den Informationsabend interaktiv zu gestalten. In sieben Bereiche teilte Keller die Thematik rund um die Fusion auf: Pädagogik, Schulleitung, Schulverwaltung, Schulbehörde, Finanzen, Politik und Projektorganisation. Nun waren die Veranstaltungsbesucher aufgefordert, jeweils ihre Eingebungen und Fragen zu den einzelnen Punkten zu formulieren.

Effizientere Ressourcennutzung geplant

Zum ersten Punkt, was die Fusion für die Pädagogik bedeute, tönte es aus den Reihen der Besucher spontan: «Am Ende mehr Geld für alle Beteiligten.» Keller griff diesen Punkt sofort auf und machte erneut darauf aufmerksam, dass nach der Fusion die Finanzierbarkeit von schulischen Zusatzangeboten gesichert sei. Auch könne nach dem Zusammenschluss effizienter mit Personal- und Finanzressourcen umgegangen werden. «Ich habe gehört, die Schulen hätten unterschiedliche Leistungsniveaus», kam es als nächstes aus dem Publikum. Wie die Projektleitung gedenke allfällige Unterschiede auszugleichen, um für später Chancengleichheit garantieren zu können.

Das könne man momentan noch nicht konkretisieren und müsse dann in der Schulleitung besprochen werden, entgegneten Thomas Keller und Philipp Berni, doch eine gemeinsame Lehr- und Lernkultur sei das Ziel. Barbara Franzen, externe Beraterin, schaltete sich ein und berichtete von ihrer Erfahrung als Schulleiterin der Primarschule Niederweningen, als diese mit anderen Schulen zur Schulgemeinde Wehntal fusionierte. Die heutige Präsidentin dieser 2010 neu gegründeten Schule fügte an, es müsse eine Schnittstelle in Form der Position eines schulseitigen Koordinators geschaffen werden.

Mit dieser Anmerkung leitete Franzen gleich zu den nächsten Punkten über: Schulleitung, Schulverwaltung und Schulbehörde. Durch den Zusammenschluss der Schulen solle ein Ausgleich in diesen Bereichen geschaffen werden. Die drei Schulleitungen bestünden weiterhin. In der Verwaltung habe man danach auch bei einem Ausfall mit einer Stellvertretung die Möglichkeit zu entlasten, so sei wiederum der Schulleitung geholfen. Die Schulbehörde würde sich nach der nächsten Wahl von fünf Mitgliedern pro Schule auf sieben insgesamt verkleinern.

Nicht als Sparprojekt gedacht

Bei den Punkten Finanzen und Politik stand die Frage im Raum, was die Ablehnung der Schulfusion des Gemeinderats Elsau für das Projekt genau bedeute. Ueli Renggli, Vizepräsident des Gemeinderats Elsau, meldete sich zu Wort: «Es ist wichtig, dass auch Elsau sagt, was es will. Es war ein mathematischer Entscheid. Eine von zwei Bedingungen galt als nicht erfüllt.» Die Rede war vom gleichbleibenden Steuerfuss für Elsau bei 68 Prozent, aus dem für die Elsauer kein finanzieller Vorteil resultiere. Doch Philipp Berni und Thomas Keller hielten fest: «Die Rechnungsprüfungskommission empfiehlt ein Ja. Ausserdem war das Projekt nie als Sparprojekt gedacht.» Auch unter den Anwesenden, unter denen sich an diesem Abend nebst Renggli keine weiteren Elsauer befanden, liessen ihre Enttäuschung über den Entscheid des Gemeinderats durchschimmern. Der Gemeinderat Elsau sei unabhängig und dürfe natürlich entscheiden, wie er es für angemessen hielt, nur politisches Feingefühl sei es nicht unbedingt, so der Grundtenor der Anwesenden.

«Es ist schade. Wenn man allerdings weiss, dass es ein rein finanzieller Entscheid war, lässt man sich vielleicht weniger in der eigenen Entscheidung beeinflussen», meinte im Anschluss Thomas Spörri, der ebenfalls dem Infoabend beiwohnte. Und Chris Hirt, ein anderer Besucher, fügte hinzu: «Ich sehe nur Vorteile in diesem Zusammenschluss. Ich glau-be, dann kann man Klassen besser aufteilen und Lehrer besser einbinden. Es wäre sicher auch für die Schulbehörde eine Entlastung, denn es wollen aus beruflichen Gründen auch nicht mehr so viele wie früher darin mitarbeiten.»

Ob das Projekt in Angriff genommen wird, entscheidet sich dann am 26. November an der Urne. Thomas Keller meinte zum Schluss: «Es gibt keinen Plan B.» Sollte das Projekt abgelehnt werden, würde die Diskussion über ein neues auf unbestimmte Zeit vertagt.