Ein Dorf im Pétanque-Fieber

Bei besten Wetterbedingungen fand am Sonntag die von der Projektgruppe Schlatt-Indien organisierte 14. Schlatter Pétanque-Meisterschaft statt. 24 Teams bestritten diesen sportlichen Wettkampf und unterstützten so ein Schulprojekt in Indien.

Ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Gemeinde Schlatt ist die traditionelle Pétanque-Meisterschaft, die jeweils am letzten Sonntag der Sommerferien stattfindet. Zu verdanken ist dieser Anlass der Projektgruppe Schlatt, die unter anderem auch die Jassmeisterschaft und den Suppe­zmittag organisiert.

Willi Peter, der Organisator und Moderator der Pétanque-Meisterschaft, hat auch die 14. Ausgabe perfekt vorbereitet und geleitet. Er hat persönliche Einladungen an «Stammgruppen» geschickt oder mit Flyern Behörden, Vereine, Familien und andere Spielfreudige ermuntert, ­an diesem festlichen Dorfturnier teilzunehmen. So konnte er schliesslich einen Spielplan mit 24 Mannschaften – bestehend aus drei Spielerinnen und Spielern – erstellen, die sich auf sechs Bahnen in der Kunst des Pétanque massen.

Pétanque, ein Sport für Jung und Alt

Pétanque ist eine französische Variante des italienischen Boccias und kann auf einem beliebigen Kiesplatz gespielt werden. Dabei versuchen die Spieler,  die stählernen Wurfkugeln möglichst nahe beim Cochonnet (Schweinchen) zu platzieren. Zuerst werden die Gruppenspiele ausgetragen, während 25 Minuten oder bis ein Team elf Punkte erreicht hat. Der Punktestand wird auf einer Anzeigeuhr festgehalten.

Vor 10 Uhr füllt sich das Spielgelände beim Schützenhaus mit den Teilnehmern und Supportern: eine illustre Schar, bestehend aus Familien, Jung und Alt, Frauengruppen, Männergruppen, Turnerinnen im Vereinstrainer. Bei der Namensgebung zeigt sich Phantasie und Kreativität: Wer steckt wohl hinter den Namen «Rägeboge Hippies», «Dreigestirn» oder «Wegzüger»? Daneben finden sich altbekannte Schlatter Gruppen wie  «Fürio», «Frauenriege», «TV Schlatt» oder «Schützenverein». Nachdem die Teams ihren Einsatz (14 Franken pro Spielerin oder Spieler) beglichen haben, gibt der Platzspeaker Willi Peter die Paarungen und Bahnen bekannt. In friedlicher Stimmung gehen die Gruppenspiele über die Bühne, nicht ohne auch sportlichen Ehrgeiz zu zeigen, wenn es beim Nachmessen um winzige Millimeter geht.

In der Mittagspause war die Festwirtschaft bis auf den letzten Platz gefüllt, und am Grill und Getränkebuffet herrschte Hochbetrieb. Mit Spannung erwarteten die Spielerinnen und Spieler die Auswertung der Vorrunde. Hatte es wohl in die Finalrunde gereicht oder musste man sich mit dem Trostturnier begnügen? Nach Kaffee und Gebäck widmete man sich wieder dem Sport. Auf einem Tableau hatte Willi Peter aufgezeichnet, welche 16 Teams die Finalrunde im KO-System bestreiten werden.

Hochstehender Final mit Sieg des Frauenteams

Mannschaft um Mannschaft schied aus, bis sich schliesslich die beiden Teams «John Doe» und «Sieger and Friends» im ­Final gegenüberstanden. Das zahlreiche Publikum verfolgte gespannt das Spiel, das auf ­hohem Niveau stattfand. Gute Würfe wurden beklatscht, und die Teams wurden von ihren Fangruppen lauthals unterstützt. Schliesslich obsiegte das Frauen-Team «Sieger and Friends» aus Oberschlatt.

Bei der anschliessenden Siegerehrung bekamen die Teams ihren verdienten Preis – gespendete Artikel von der Raiffeisenbank. Willi Peter konnte mit Genugtuung bekannt geben, dass rund 2400 Franken an Sponsorengeldern gesammelt wurden. Die Sponsorenliste führte das Team «Schützenverein» mit 700  Franken an. Daneben gab es Beiträge durch die Einsätze der Teilnehmer von 1000 Franken, was zusammen mit dem Gewinn aus der Restauration einen Betrag von gegen 5000 Franken ­ergab.

Darüber wird sich die «Arunachala Village School» in Südindien freuen, die dieses Jahr zum letzten Mal von der Projektgruppe Schlatt – Indien unterstützt wird. Für die nächsten Jahre wird dann ein neues ­Projekt gewählt.

Willi Peter bedankte sich bei allen Teilnehmern, für die Kuchenspenden, die Festbänke und das Festzelt. Nicht zuletzt erwähnte er den unermüdlichen  Einsatz der restlichen Mitgliedern der Projektgruppe, die vor allem die Restauration betreuten und im Hintergrund grosse Arbeit bei der Vorbereitung leisteten. Um 17 Uhr machen sich die letzten Mitwirkenden auf den Heimweg voller Erinnerungen an einen Anlass, der alles bot: Sport, Spannung, Begegnungen, Gespräche und etwas für einen guten Zweck.