Die Welt in Bewegung – Denkanstösse

Das derzeitige Migrationsthema ist meiner Ansicht nach erst der Auftakt von grossen Völkerverschiebungen. Das Vermischen, Verdrängen und Verfolgen von Kulturen wird die Menschheit auf der Erde nachhaltig begleiten. Die Gründe dafür sind hausgemacht und eine direkte Folge des Kapitalismus, unserer stetigen Wachstumspolitik. Aufzuhalten sind die zu erwartenden grossen Verschiebungen nicht mehr. Da werden acht Milliarden Menschen in Bewegung sein, die mit allen Mitteln nach der Erfüllung der Grundbedürfnisse streben und diese auch verteidigen wollen.

Seit Menschengedenken hat es schon immer Völkerverschiebungen gegeben. Meistens wurden wegen Macht, Landansprüchen oder Rohstoffen Kriege und Auseinandersetzungen geführt. Manchmal war der Globus in asiatischen Händen, manchmal im Osten oder Westen. Weltreiche wurden geschaffen und gingen wieder unter. Das Commonwealth ist ein noch existierender Zeitzeuge davon. In unserer kurzen Lebenszeit sind wir nicht willens oder fähig, grosse Veränderungen zu erfahren. Passieren diese dann in rasanten Abständen, fehlt uns die Zeit, uns anzupassen. Vor allem dann, wenn sich unsere eigene Kultur verändert, die sogenannte Ethik oder Moral, die auch unser Zusammenleben ­regelt. Dies führt dann zu Konflikten. Diese sind zum Beispiel jüngst in Deutschland zu sehen. Der Staat versucht verzweifelt, den Spagat zwischen Rechtsstaat und Rassismus-Keule zu machen und bemerkt dabei den wachsenden Unmut und die Angst der Bevölkerung nicht.

Noch nie habe ich eine solche Fülle von Staatsbesuchen erlebt, wie derzeit. Hohe Gremien und Staatschefs weibeln und versuchen ihre Felle zu retten oder die richtigen, neu zu bildenden Bündnisse einzugehen. Bei einer sich anbahnenden Neuordnung der Machtverhältnisse gilt es, aufs richtige Pferd zu setzen. Wo wird denn das künftige Machtmonopol sein, wenn der sinkende Stern Amerika abgelöst wird? Welche Weltwährung wird den Dollar ablösen und wann wird das sein? Sollen wir beginnen chinesisch zu lernen? Vielleicht betrifft es meine Generation nicht mehr, aber unsere Kinder bestimmt. Bin ich denn dafür bereit, habe ich meine Kinder darauf vorbereitet, dass sie grosse Veränderungen erfahren können? Kann ich sie darin unterstützen, sich darauf vorzubereiten, wenigstens mental, ohne dass ich als Verschwörungsspinner abgetan werde?

Nun wie komme ich darauf, dass grosse Veränderungen zeitnah geschehen werden? Die Klimaveränderung wird dabei eine ganz grosse Rolle spielen. Wurden früher Kriege wegen Ressourcen wie Kohle, Öl und Edelmetalle geführt, so wird es in Zukunft Trinkwasser und Nahrung sein. Ein grosser Teil der Küstenvölker verliert wegen des Ansteigens der Meerestemperatur und der daraus folgenden Übersäuerung ihre Existenzgrundlage, die Fische. Schon jetzt sind die Weltmeere wegen rücksichtsloser Ausbeute praktisch leer gefischt, den Rest besorgt das saure Meerwasser. Es werden hunderte Millionen Menschen in Regionen flüchten, wo noch eine Lebensgrundlage besteht. Der soeben erfahrene Jahrhundertsommer gab uns einen Vorgeschmack darauf, was uns künftig erwartet. Nun denn, dann ziehen wir einfach gegen Norden, kaufen uns ein Anwesen in Norwegen oder Schweden. Nur werden wir nicht die einzigen sein Ich kenne einige Leute, die das schon getan haben. Und so einfach die geliebte Heimat verlassen? Wie unerträglich muss die Situation sein, damit ich mit meiner ­Familie meinem Zuhause den Rücken kehre? Viele sind schon unterwegs aber die grossen Völkerwanderungen stehen noch bevor.

Parallel dazu zeichnen sich auch immer mehr gravierende Veränderungen unseres kapitalistischen Finanzsystems ab. Die Ablösung des Dollars als Weltwährung ist schon im Gange. Viele Länder ziehen sich von der amerikanischen Währung zurück und werden vermutlich neue Zahlungssysteme einführen. Die Schwellenländer (laut dem Internationalen Währungsfonds (IWF) sind 150 Länder als Schwellenländer kategorisiert , darunter Südafrika, Mexiko, Brasilien, Pakistan, die Volksrepublik China, Indien, die Philippinen, Thailand, Malaysia, Äthiopien, Ungarn, Polen, Litauen, Ukraine, Russland und die Türkei) werden dabei eine wesentliche Rolle spielen.

Ja. Liebe Leserinnen und Leser, schon immer waren die Völker auf unserer Erde unterwegs, besiedelten neue Gebiete. Neu hingegen ist, dass es noch nie dagewesene acht Milliarden sein werden, die exponentiell Rohstoffe, endliche Energie und Wasser verbrauchen werden. Das zunehmende Bevölkerungswachstum steht im Gegensatz zu unserer Umwelt, die immer mehr zerstört wird. Kein Wunder, wird mit Nachdruck an der Besiedelung des Mars gearbeitet.