Die Meinung der Kirchenmitglieder ist jetzt gefragt

Der Entscheid über den Zusammenschluss der Kirchgemeinden Turbenthal und Wila fällt Anfang 2018 (Fotos: Archiv tth)

Die Kirchgemeinden Turbenthal und Wila wollen sich zusammenschliessen. Die Gemeindemitglieder können nun bis Anfang Oktober zum geplanten Zusammenschluss Stellung nehmen. Die Abstimmung wird am 14. Januar stattfinden.

Der Zusammenschluss der Kirchgemeinden Turbenthal und Wila wird konkreter: Die Kirchenpflegen der beiden Gemeinden legen die Unterlagen für die Zusammenführung zur Vernehmlassung auf. Bis zum 8. Oktober können nun Stellungnahmen bei den Sekretariaten der Kirchgemeinden eingereicht werden.

Kommt der Zusammenschluss zustande, wird die Kirchgemeinde künftig Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Turbenthal-Wila heis-
sen. Die Budgetgemeindeversammlung vom November 2018 wird über den ersten Voranschlag der zusammengeführten Kirchgemeinde entscheiden. Hinsichtlich Finanzausgleich und Steuerfuss ändert sich dem Vernehmen nach nichts.

Pfäffikon oder Winterthur 

Da Wila zum Bezirk Pfäffikon und Turbenthal zum Bezirk Winterthur gehört, muss die Frage der Unterstellung der neuen Kirchenpflege Turbenthal-Wila geklärt werden. Welche Bezirkskirchenpflege für die zusammengeführte Kirchgemeinde zuständig sein wird, kann erst nach Annahme des Zusammenschlusses geklärt werden. Die Gemeindemitglieder haben neben der neuen Kirchenordnung und dem Entwurf des Zusammenschlussvertrags eine Begleitinformation erhalten, die Aufschluss darüber gibt, wie die künftige Kirchgemeinde Turbenthal-Wila organisiert sein wird und wie die kirchlichen Aktivitäten nach dem Zusammenschluss fortgeführt werden.

Organisation und Ökumene

In beiden Kirchen werden mindestens zweimal pro Monat Gottesdienste stattfinden, in der Regel mit der Pfarrperson der Kirchgemeinde. Ein Fahrdienst zur Nachbarkirche wird angeboten, wenn in der einen Kirche kein Gottesdienst stattfindet. Taufen, Konfirmationen und Trauungen werden in beiden Kirchen stattfinden. Trauerfeiern werden wie bisher an beiden Kirchenorten abgehalten. Die ökumenische Zusammenarbeit soll weiter gepflegt werden. Auch die musikalischen Traditionen werden nach dem Zusammenschluss weitergeführt: Die beiden Ad-Hoc-Chöre wie auch der Gospelchor werden in beiden Kirchen auftreten. Das Sekretariat der Kirchgemeinde Turbenthal-Wila wird in Turbenthal beheimatet sein, weil hier die geeigneteren Räumlichkeiten bereitstehen. Das Sekretariat im Pfarrhaus Wila wird als Kopierraum mit Computer und Internetzugang weiterhin offenstehen. Die Sigristen der beiden Gemeinden sollen schrittweise zu einem Team zusammenwachsen, das sich gegenseitig vertreten kann.

Die nächsten Schritte sind bereits vorgespurt: Am 30. Oktober findet abends in Wila ein Informations- und Diskussionsanlass statt. An diesem Abend werden die Kirchenpflegen, die Pfarrerin von Wila Heidi Noll und der Pfarrer von Turbenthal Marc Schedler das Projekt nochmals erläutern. Die Gemeindemitglieder werden zugleich Gelegenheit haben, sich zu äussern. Nach diesem Informationsabend wird die Steuergruppe den definitiven Antrag zuhanden der beiden ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlungen erarbeiten. Die Kirchgemeindeversammlungen von Turbenthal und Wila werden am selben Tag, am 14. Januar 2018, über den Zusammenschluss entscheiden.

 

Der Weg zum Zusammenschluss
Mehrere Arbeitsgruppen erarbeiteten vom Februar bis im Juli dieses Jahres die strukturellen Grundlagen für eine zusammengeschlossene reformierte Kirche Wila und Turbenthal. Sie entwarfen Visionen und überlegten, wie das kirchliche Leben der beiden Gemeinden zusammengeführt und gemeinsam weiterentwickelt werden kann. Um das Projekt breit abzustützen wurden im April die Gemeindemitglieder an beiden Orten zu Mitwirkungsveranstaltungen eingeladen, wo sie die Möglichkeit hatten, ihre Fragen und Anliegen einzubringen. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden in einer gemeinsamen Sitzung Mitte August zusammengetragen und bereinigt und in drei Dokumenten festgehalten. Anschliessend haben die beiden Kirchenpflegen diese zuhanden der öffentlichen Vernehmlassung verabschiedet.