Die «Blumenau» hat ihren Neubau

Felix Graf freut sich über die Wiedereröffnung des Hauses Blumenau mit seinem neuen Anbau (Fotos: md)

Am 4. November werden der Neubau des Alters- und Pflegeheims Blumenau und der sanierte Hauptbau in Lipperschwendi eingeweiht.
Leiter Felix Graf hat zu einem Augenschein durch die beiden Gebäude eingeladen.

Mit dem Bau eines neuen Gebäudetraktes, der direkt an den Jugendstilbau von 1899 anschliesst, konnte sich Heimleiter Felix Graf einen langgehegten Wunsch erfüllen: Eine zeitgemässe und attraktive Wohnmöglichkeit für ältere und pflegebedürftige Menschen zu bieten.

Das Projekt umfasste nicht nur die Erstellung eines Anbaus zum Haus «Blumenau», sondern auch die komplette Erneuerung des letzteren. In diesen beiden Häusern stehen nun 16 modernste Zimmer mit eigenem WC und Dusche zur Verfügung, neun im Hauptgebäude und sieben im neuen Anbau. Im Neubau befinden sich auch der neue Ess-Saal, die Grossküche, Wäscherei und Glätterei, Aufenthaltsräume sowie die Räume für das Pflegeteam. Sowohl das unter regionalem Denkmalschutz stehende Hauptgebäude Blumenau, als auch der neue Anbau entsprechen dem Minergie-Standard und sind hindernisfrei zugänglich.

«Man merkt Felix Graf die Freude an, dass sein Projekt der Vollendung entgegengeht»

Angenehme Atmosphäre

Am 4. November werden Neubau und saniertes Hauptgebäude mit einem Tag der offenen Tür feierlich eingeweiht. Danach werden die BewohnerInnen des Hauses «Tulpe» in die neuen Zimmer umziehen. Mit diesem Erneuerungsschritt kann das Alters- und Pflegeheim Blumenau seinen Bewohnern moderne Zimmer anbieten und anderseits ihre Beschäftigungsmöglichkeiten verbessern: Die Glätterei ist beispielsweise so im Hochparterre angeordnet, dass die BewohnerInnen mit ansehen können, was sich dort abspielt und, wenn sie Lust haben, auch mithelfen können. Felix Graf nennt sein Konzept für die räumliche Organisation seines Heims «Beziehungskreuz»: «Alle Bereiche, die der Administration, der Pflege, dem Aufenthalt und der Beschäftigung dienen, sollen im Hochparterre kreuzförmig zueinander angeordnet sein.»

Der Hauptbau entspricht nach der Sanierung dem Minergie-Standard
Der Hauptbau entspricht nach der Sanierung dem Minergie-Standard

Graf leitet das «Blumenau» mit seiner Frau Ursula seit 1987. Zuvor hatten seine Eltern das Heim 1969 erworben und bis 1987 geleitet. «Ich bin im Blumenau aufgewachsen. Mein Kinderzimmer befand sich im ersten Stock», sagt Graf. Die neuen Zimmer, sowohl im Haupt-, als auch im Anbau, wirken mit ihren dunklen Eichenböden und den neuen Möbeln mit hellem Eichendekor einladend und hell. Im Hauptbau aus dem Ende des 19. Jahrhunderts konnte ein Teil des Täfers in den beiden Aufenthaltsräumen im Hochparterre wiederverwendet werden. Die Nasszellen mit WC und Dusche sind rollstuhlgängig. Sowohl im Hauptbau, als auch im Anbau wurde die Beleuchtung komplett erneuert und den Bedürfnissen älterer Leute angepasst.

Pergola und Pavillon

Auch in die Umgebungsgestaltung des Hauptbaus «Blumenau» haben Graf und seine Frau viel investiert: Eine Pergola vor dem neuen Haupteingang schafft einen überdachten Platz mit Sitzbänken. Das Pergoladach steht auf gusseisernen Säulen und passen haargenau zum Jugendstilbau. Auf der anderen Seite wurde ein zur Tösstalstrasse hin abfallender Garten angelegt, in dessen Mitte ein metallener Jugendstilpavillon hervorsticht. Graf betont, dass geplant ist, später in diesem Garten auch Bäume anzupflanzen. Die Zufahrt erfolgt vorläufig, wie bisher, von der Tösstalstrasse her. Mittelfristig ist aber geplant, dass die Erschliessung von der Rückseite her erfolgt. Dazu soll die Strasse «Rohr» bis zu den Parkplätzen auf der hinteren Seite der Blumenau-Anlage verlängert werden. Dank dieser neuen Erschliessung kann vermieden werden, dass Besucher oder Lieferanten die zwischen den Häusern spazierenden BewohnerInnen kreuzen müssen.

Weiteres Sanierungsprojekt folgt

Man merkt Felix Graf die Freude und Genugtuung an, dass sein grosses Sanierungs- und Erneuerungsprojekt seiner Vollendung zugeht. Allein der neue Anbau habe rund sieben Millionen Franken gekostet, sagt Graf. Doch dies ist für ihn kein Grund, die Hände in den Schoss zu legen: Erstens ist der Garten noch nicht fertig und zweitens beginnt nach der Einweihung von Hauptbau und Anbau sofort die Sanierung des Hauses «Tulpe». Dies bedeutet, dass auch die provisorischen Pavillons, in denen die pflegebedürftigen BewohnerInnen untergebracht sind, noch eine Weile stehen bleiben werden.

«Graf leitet das «Blumenau» mit seiner Frau Ursula seit 1987»

Ein lebenslanges Engagement

Felix Graf ist im Blumenau aufgewachsen und hat eine tiefe Verbundenheit mit diesem Ort bewahrt. «Für mich ist es wichtig, mit Menschen etwas für Menschen zu machen», umreisst er kurz seine Motivation. Er engagiert sich nicht nur als Leiter und Verwalter, sondern auch als Teammitglied: So leitet er auch eine Gesprächsgruppe mit BewohnerInnen. «Im Zentrum meines ganzen Engagements steht die Beziehung und die Liebe zu den Menschen», sagt Graf.

Zurzeit absolviert seine Tochter Lea ein Masterstudium im Bereich Pflege und macht sich gleichzeitig ernsthafte Gedanken darüber, ob sie das Engagement ihrer Eltern und Grosseltern weiterführen möchte.

Tag der offenen Tür
4. November 2017, 10.00 Uhr

 

Chronologie
90er-Jahre: In den 90er-Jahren wurde in einer ersten Machbarkeitsstudie mit einem Quartierplan gearbeitet, der Überlegungen zur gesamten Anordnung und Erschliessung des Blumenau-Ensembles anstellte. Ab 2010: Neue Überlegungen zu einer Erweiterung, die ohne den Abriss des charaktervollen Jugendstilbaus auskommt. Die Architekturgruppe 4 aus Winterthur überzeugte mit einem schlichten Anbau auf der Nordseite des Hauses Blumenau. Juni 2014: Das Baugesuch wird eingereicht März 2015: Die Gemeinde erteilt die Baubewilligung Mai 2016: Baubeginn November 2017: Bezug des Neubaus: Die Bewohner des Hauses Tulpe ziehen ein. Dezember 2017: Von Dezember 2017 bis im Herbst 2018 wird das Haus Tulpe grundlegend renoviert.