Die beste Alarmanlage ist in uns drin

Jeder kann seinen Beitrag zur Kriminalprävention leisten. Viele gute Tipps dazu erhielten die Senioren der Gemeinde Schlatt am vergangenen Montag von Rolf Gasser, Sicherheitsberater der Kantonspolizei Zürich.

Die monatliche Aktion der Ortsvertretung der Pro Senectute in Schlatt befasste sich dieses Mal mit dem Thema Sicherheit im Alter. «Frei von der Leber weg», wie er es nannte, zeigte Rolf Gasser im Laufe seines Vortrages auf unterhaltsame Weise Sicherheitsschwachstellen im persönlichen Verhalten auf. Die gleichzeitig erteilten Ratschläge, wie das Risiko, Opfer einer Straftat zu werden gesenkt werden kann, wurden von den rund 50 Anwesenden dankbar entgegengenommen. Eine Tatsache war für den Spezialisten der Kapo in seiner Einleitung betont wichtig: Er stellt immer wieder fest, dass sich besonders ältere Geschädigte bei der Erstattung einer Anzeige beinahe schämen. Dazu gibt es keinen Grund, der andere ist immer noch der Täter!

Man weiss es ja

Gasser hat seine Ausführungen in verschiedene Themengebiete gegliedert. Zu jedem Deliktrisiko zeigt er eine kurze Filmsequenz, in welcher eine entsprechende Straftat gezeigt und erklärt wird. Jeder Fall löst bei den Zuschauern ein Kopfnicken aus. Die Situation ist allen bekannt. Ein Täter sucht sich immer sein Opfer aus. Zu diesem Thema empfiehlt der Sicherheitsberater beispielsweise, nicht mit einer Brieftasche voller Karten oder einer prall gefüllten Handtasche auszugehen. Es reicht doch, wenn man nur den Führerschein und höchstens eine Bankkarte auf sich trägt. Gestohlene Ausweispapiere zu ersetzen ist eine äusserst mühsame Angelegenheit, was durch geänderte Gewohnheiten verhindert werden könnte.

Eine Aktion, die laut Gasser jeden potentiellen Dieb auf sich aufmerksam macht und man dennoch häufig beobachten kann, ist das Zählen der abgehobenen Summe nach dem Geldbezug am Automaten. Auf diese Weise demonstriert man nicht nur, wieviel es bei sich zu holen gibt. Mit dem anschliessenden Wegstecken zeigt man auch gleich, wo man das Geld auf sich trägt. «Der Automat betrügt Sie nicht, also ist Nachzählen unnötig», so Gasser. Diebstähle finden meistens in gedrängten Situationen statt. Also ist es dabei wichtig, auf sich getragene Wertsachen nach vorne zu nehmen und somit unter Kontrolle zu halten. Man ist immer der Chef von dem, was man auf sich trägt. Wo immer es möglich ist, sollte man auf einen Mindestabstand achten. Es ist auch in der Warteschlange an einer Kasse erlaubt, auf diesem Abstand zu beharren.

Zur im Moment viel diskutierten Masche der sogenannten Enkeltrickbetrüger kann der Spezialist der Polizei zwei gute Ratschläge geben: «Lassen Sie sich niemals auf ein Gespräch ein. Diese Betrüger sind extrem raffiniert. Sollten Sie doch einmal einen Verdacht hegen, rufen Sie sofort die Nummer 117 an! Wenn sich jemand Ihnen gegenüber als Polizist ausgibt, können Sie ihn nur so entlarven und der Polizei auch die Chance zum Handeln geben.» Ein weiteres Thema, das Gasser am Herzen liegt, sind die Haustürgeschäfte. Auf gar keinen Fall darf ein Unbekannter ohne Ankündigung durch die Verwaltung oder entsprechende Nachfrage in die Wohnung gelassen werden. Gezeigte Ausweise jeder Art könnten Fälschungen sein. Polizeiausweise bilden hier keine Ausnahme.

Und wenn doch einmal etwas passiert?

Sollte man einmal in die Situation kommen, einem Täter gegenüberzustehen, gibt es von Gasser nur einen Ratschlag: «Kommen Sie jeder Forderung nach. Ihre Gesundheit ist am Wichtigsten!» Sich mit Pfefferspray zu bewaffnen, hält der Kapo-Mann für keine gute Idee. Er empfiehlt, sich mit einem kleinen Schrill-Alarm auszurüsten. Lärm schlägt einen Täter am ehesten in die Flucht. Für die in der aktuellen Jahreszeit besonders häufigen Wohnungseinbrüche hat Gasser eine Sofortlösung bereit: «Lassen Sie in ein oder zwei Räumen das Licht brennen. Das schreckt Einbrecher ab.» Wohnungen werden heutzutage nicht mehr ausspioniert, sondern spontan ausgesucht. Wer aus Kostengründen bei seiner Abwesenheit sämtliche Lichter löscht, spart definitiv am falschen Ort.