Der Wehmut folgte Aufbruchstimmung

Marianne Brühwiler (Fotos: Manuela Kägi)

Seit vorgestern Mittwoch bis und mit Dienstag werden die Überreste der Brandruine des Gasthauses «Sternen» abgebrochen und danach wegtransportiert. Nächstes Jahr soll mit dem Neubau begonnen und im 2019 die Eröffnung gefeiert werden.

Am Mittwoch ist auf der Ruine des niedergebrannten Restaurants Sternen in Sternenberg der Bagger vorgefahren. Bis und mit Dienstag werden zwei Mitarbeiter der Grimm & Schmid AG aus Grüningen mit den Aufräumarbeiten des Schuttes und den Überresten des Gebäudes beschäftigt sein. «Wir werden das gesamte Material sortieren und alles an der entsprechenden Stelle mit dem Lastwagen entsorgen», erzählt einer der beiden Mitarbeiter der auf Abbruch und Entsorgung spezialisierten Firma. «Brennbares geht in die Kerichtverwertung Zürcher Oberland nach Hinwil, Beton in das Betonwerk Bubikon. Für Öl braucht es eine Spezialentsorgung», so der Mitarbeiter weiter.

Dass die Überreste des historischen Gasthauses nun abgebrochen und wegtransportiert werden, freut Wirtin Marianne Brühwiler. «Heute herrscht Aufbruchstimmung», erzählt sie dem «Tößthaler» am Mittwoch bei Abbruchbeginn in der schön und gemütlich eingerichteten Dependance, wo sie bis zur Widereröffnung des «Sternen» die Gäste bewirtet. Am vergangenen Wochenende war dies noch anders: «Ich wurde jeweils schon wehmütig, wenn ich mit Blick zur Ruine an den bevorstehenden Abriss dachte», so die Wirtin weiter. Doch die Wehmut sei nun verflogen. «Ich blicke positiv in die Zukunft.»

Wieder ein Kreuzgiebel

Auch bei der Planung ist Marianne Brühwiler weitergekommen: «Wir haben den Grundriss des neuen ‹Sternen› gezeichnet. Das Gebäude wird leicht tiefer und ein wenig kürzer», erklärt sie. Der Abstand zur Strasse auf der Vorderseite als auch zum hinteren Nachbarhaus werde grösser. Dies sei unter anderem neueren Bauvorschriften geschuldet. Dafür werde das Haus leicht breiter.

Zudem ist bereits klar, dass wiederum ein Kreuzgiebel das Dach des Neubaus schmücken wird. Das ehemalige Gasthaus sei Teil eines schützenswerten Ortsbildes gewesen und die vordere Queransicht müsse erhalten bleiben, erklärt sie. Dort berühren sich die beiden Giebeldreiecke der Vorderseite und der einen Längsseite. «Auch ich finde diese Ansicht schön», fügt die Sternenbergerin hinzu. Ausserdem wäre es ihr Traum, auch in der neuen Lokalität einen schönen, historischen Kachelofen einzubauen. «Ich habe bereits ein Angebot», verrät sie. Allenfalls frage sie eine Stiftung für die Finanzierung an. Dies sei aber noch nicht sicher.

Generell kostet der Neubau die Wirtin nicht wenig Geld. Die Gebäudeversicherung zahlt zwar den ganzen Abbruch und die Entsorgung. Und ebenso einen Teil an den Neubau. Daran erhält sie jedoch nur den Versicherungswert des abgebrannten Hauses. «Diese Summe ist einiges tiefer, als der gesamte Neubau kostet», erklärt sie, «unter anderem aufgrund der vielen neuen Baustandards, zum Beispiel allein im Bereich der Isolation.» Davon lässt sie sich aber nicht entmutigen. «Ich schaue mit der Bank, wie ich das finanziere und freue mich auf den Neubeginn.»

Viele Schaulustige

Bis der Neubau steht, dauert es noch eine Weile. «Zuerst müssen wir fertig planen und dann machen wir die Baueingaben», erzählt Marianne Brühwiler. Wann das sein wird, sei noch nicht klar. Sie rechnet mit Baubeginn im nächsten Jahr und mit der Wiedereröffnung 2019. Drei Feste will sie dann feiern: eines für den Spatenstich, eines für die Aufrichte und ein grosses für die Wiedereröffnung.

Zwischenzeitlich wird sie ihre Gäste weiterhin in der Dependance willkommen heissen. Das Geschäft sei gut angelaufen, sagt sie. «Einzig merkten wir anhand der Gästezahlen, dass das KTF stattgefunden hat.» Da seien viele Tösstaler involviert gewesen und hätten den Weg zu ihr logischerweise nicht gefunden.

Es gibt aber auch die andere Seite. So kämen viele Schaulustige, die sie noch nie in Sternenberg gesehen habe. «Die haben wahrscheinlich vom Brand gelesen oder gehört und wollen sich jeweils die Ruine ansehen», erzählt Marianne Brühwiler. «Meist kehren sie dann noch ein. Das freut mich.»

Rolf Hug
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