Der Biber im Tösstal

Der Biber in seinem Element (Foto: Christof Angst)

Mindestens seit 2015 haust in Kollbrunn ein Biber-Paar, diesen Winter wurden weitere Biber-Spuren bei Fischenthal entdeckt. Dass sich das Tier immer mehr verbreitet, ist eine Wohltat für die Natur. Denn der Biber schafft wertvolle Lebensräume.

Seit 2015 wissen wir bereits, dass der Biber im Doppelpack am Bolsterenbach eingezogen ist. Das Pärchen hat sich allerdings nicht vermehrt. Auch frische Spuren wurden hier bei dem Monitoring 2016/2017, einer alle drei Jahre stattfindenden Biber-Zählung, keine mehr gefunden. Ob die Biber noch in Kollbrunn leben, ist daher ungewiss. Es ist umso erfreulicher, dass im November die Verantwortlichen des Naturschutzgebietes der Biberfachstelle Spuren des Nagers in Fischenthal meldeten, welche beim Monitoring 2016/2017 noch nicht da waren. Ob es sich um ein oder zwei Tiere handelt, kann, ohne sie gesehen zu haben, nicht gesagt werden. Laut der Biberfachstelle kam der fischenthaler Biber vermutlich ebenfalls die Töss hinauf. Es besteht die Möglichkeit, dass es sich um die Biber aus dem Bolsterenbach handelt. Da die Tiere aber nicht markiert sind, bleibt das bis auf weiteres ungewiss. Spuren des Bibers gab es in der Region schon vor ein paar Jahren: 2006 verunfallte laut der Biberfachstelle ein Biber bei Steg, 2007 einer bei Kollbrunn.

Die Töss oberhalb von Winterthur bietet wegen ihrer teilweisen Versiegelung keinen idealen Lebensraum für den Biber. Ausserdem beschert sie ihm schwer zu überwindende Wanderhindernisse. Wandern tut er überdies nur im Sommer. Das Jungtier verlässt mit zwei Jahren den elterlichen Bau und begibt sich auf die Suche nach einem eigenen Revier. Hierfür legt er Teils weite Strecken zurück, am liebsten durch die Gewässer. Wird ihm dies verhindert, kann der Biber durchaus einige Kilometer über Land gehen. Hat er – Männchen wie Weibchen – ein geeignetes Plätzchen gefunden, lässt er sich nieder, richtet sich ein und wenn er Glück hat, kommt irgendwann der passende Partner des Weges. Die Reviere verteilen sich über weite Distanzen. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Biber sein Leben lang alleine bleibt.

Da sich der Biber den Sommer über von krautigen Pflanzen ernährt, trifft man hierzulande erst im Winter auf seine Spuren. Dann beginnt er nämlich mit dem Holzen, weil er es auf die feinen Knospen und Rinden der Bäume abgesehen hat. Dass er in der Schweiz aber Biberburgen baut, wie wir sie aus Tierfilmen kennen, ist sehr selten. Diese Arbeit nimmt er nur auf sich, wenn das Ufer zu flach für einen Bau in der Erde ist. Sein Zuhause macht sich der Biber am liebsten, indem er sich unter Wasser einen Weg ins Erdreich gräbt. Mit seiner Bautätigkeit leistet der Biber übrigens wertvolle Arbeit für seine Umgebung. Durch sein Wirken entstehen artenreiche Lebensräume, welche die Rückkehr seltener Pflanzen und Tiere begünstigen.

Laut der Biberfachstelle sei es kein Problem, wenn neugierige Tierfreun-de dem Biber auf der Spur sind. Solange man auf den Wegen der Naturschutzgebiete bleibt, die Hunde an die Leine nimmt und den Bau des Bibers in Ruhe lässt, fühlen sich die nachtaktiven Tiere kaum gestört.