Das Licht verschmutzt noch immer

Die Streuung des Lichtes in den Luftschichten der Erdatmosphäre führt zur Lichtverschmutzung Foto: Alexandra Bucurescu/pixelio.de

Gross war die Aufregung, als im April 2015 die neue Beleuchtung der Kirche Sternenberg in Betrieb genommen wurde. Mit einer Petition gingen die Anwohner dagegen vor. Die Beschwerde beim Gemeinderat ist allerdings noch hängig.

Seit 1706 steht die im Barockstil erbaute Kirche auf ihrer kleinen Kuppe in Sternenberg. Klein und unschuldig steht sie da und ist plötzlich im Fokus des Interesses. Denn seit April letzten Jahres wird sie in der Nacht hell erleuchtet. Im Oktober 2014 reichte die Kirchgemeinde ein Baugesuch für eine Aussenbeleuchtung ein. Sie stiess damit bei der Bevölkerung auf Verständnis, machte es doch Sinn, dass die Beleuchtung des Weges zur Kirche und des kleinen Platzes davor ersetzt werden sollte.

Das böse Erwachen folgte ein halbes Jahr später, als die Beleuchtung in Betrieb genommen wurde. Denn es erstrahlte die gesamte Kirchenfassade plötzlich in grellem, weis-sem Licht. Die Bevölkerung wandte sich an die Kirchgemeinde und tat ihren Unmut ob der unnötigen Lichtverschmutzung kund («Der Tößthaler» vom 17. September 2015).

Rund 70 Personen unterschrieben im Frühjahr 2015 eine entsprechende Petition. Erreicht wurde damit aber zunächst nichts. Es folgten eine Aussprache zwischen dem Kirchenpflegepräsidenten und den Petitionären sowie eine Kirchenpflegesitzung. Doch an der Situation änderte sich auch dann noch nichts. Es fiel der Entscheid, die Beleuchtung weiterhin jeden Abend einzuschalten.

Künstliche Lichtquelle
mit Folgen

Auch Sabine Sieber, Kantonsrätin und ehemalige Gemeindepräsidentin von Sternenberg, gehört der Gruppe gegen die neue Beleuchtung der Kirche an. Wie sie auf Anfrage mitteilt, konnte inzwischen aber ein erster Erfolg verzeichnet werden. Die Beleuchtung wurde von Seiten der Kirchenpflege reduziert. Im Winter brennt sie noch bis 21 Uhr und im Sommer dann bis 22 Uhr. Zudem wurde das Licht etwas gedimmt. Trotzdem ist Sternenberg weiterhin einer täglichen, wenn auch nicht mehr gleich starken Lichtverschmutzung ausgesetzt.

Unter Lichtverschmutzung versteht man die Aufhellung des Nachthimmels durch Licht, welches in den Luftschichten der Erdatmosphäre gestreut wird. Sie kann sich störend auf Flora und Fauna auswirken, ebenso wie auf die astronomische Betrachtung des Nachthimmels und auf den Tag- und Nachtrhythmus von Anwohnern. Diese unerwünschte Beeinflussung der Umwelt durch meist künstliche Lichtquellen ist eine Form der Umweltverschmutzung. Sie ist auch verantwortlich für die sogenannten Lichtglocken über den Städten.

Grundsätzlich ist Lichtverschmutzung eine Begleiterscheinung der Industrialisierung und tritt hauptsächlich in dicht besiedelten Regionen auf. Sternenberg gehört nicht dazu und hat trotzdem dieses Problem. Und das wegen der Beleuchtung der kleinen Kirche. Es bleibt abzuwarten, wie es weitergeht. Laut Sabine Sieber ist die eingereichte Beschwerde beim Gemeinderat noch hängig.