«Das Dreispitz soll ein gesellschaftlicher Treffpunkt werden»

In der stressigen Anfangsphase unterstützt Simon Mösch das Serviceteam des Restaurants Dreispitz tatkräftig. (Foto: sdo)

Der 22-jährige Simon Mösch ist ein echter Tausendsassa. Nebst seinen zahlreichen Aufgaben als Familienvater, Student und Finanzvorsteher der Gemeinde Wila, betreibt er mit seinem Team seit anfangs Februar zusätzlich das Café und Restaurant Dreispitz.

Simon Mösch, Sie haben eineinhalb Jahre in Peru gelebt und dort Geschichte studiert. Sind verheiratet und haben eine Tochter. Seit gut einem halben Jahr sind Sie neben Ihrem Volkswirtschafts-Studium auch Finanzvorsteher der Gemeinde Wila. Nun nehmen Sie bereits die nächste Herausforderung in Angriff – das Café und Restaurant Dreispitz.

Ihnen wird es in nächster Zeit sicher nicht langweilig.

Simon Mösch: Nein, langweilig wird mir in nächster Zeit sicherlich nicht. Mit dem Studium bin ich ja schon fast fertig. In diesem Halbjahr besuche ich noch zwei Kurse und im nächsten folgt dann noch die Bachelorarbeit, daher fällt das schon ein wenig weg.

Wie gut lassen sich die vielen verschiedenen Aufgaben miteinander vereinbaren?

Sehr gut, einen Tag in der Woche hütet meine Mutter die Kleine und einen Tag meine Frau. Im Restaurant sind wir ein Viererteam und darum sehr flexibel. Arbeitseinsätze können wir ohne Probleme einmal tauschen. Es ist klar, dass wir im ersten halben Jahr sehr viel zu tun haben werden. Anschliessend möchte ich mich aber aus dem Service zurückziehen und mich mehr auf die Finanzen konzentrieren. Aber bis sich alles eingependelt hat, helfe ich gerne mit.

Bleibt da auch einmal Zeit, um zu entspannen oder halten die Aufgaben Sie voll auf Trab?

Momentan, in den ersten zwei bis drei Wochen bin ich schon ziemlich im Stress, da bleibt nicht sehr viel Zeit für anderes. Bis alles angelaufen ist, bewirtschaften wir noch alles selber, aber in Zukunft werden wir auch Angestellte haben, welche einen Tag in der Woche Arbeiten.

Kommen wir auf das Restaurant zu sprechen. Wie sind Sie dazu gekommen das Restaurant Dreispitz zu übernehmen?

Das war eigentlich sehr spontan. Manchmal muss man das machen, was einem in die Hände fällt. Meine Eltern haben dieses Haus gekauft und sich gedacht, dass das Restaurant eine gute Sache für uns wäre. Ausserdem ist es positiv für die Region.

Als Student der Volkswirtschaftslehre (VWL) an der Uni Zürich liegt es nahe ein eigenes Unternehmen zu führen. 

Naja, es geht. Volkwirtschaft ist natürlich eher die Sicht des Staates, der Nationalbank und so weiter. Aber ja, es ist immer gut, wenn man etwas Arbeiten kann, hinter dem man zu 100 Prozent steht.

Eine eigene Unternehmung war aber schon immer ein Ziel?

Mein Ziel war, oder ist es, etwas Sinnvolles für mich und die Gesellschaft zu leisten.

Was unterscheidet den neuen «Dreispitz» vom Alten?

Ich denke, wir gehen mehr in Richtung Restaurantbetrieb, versuchen speziell zu bleiben und uns immer wieder neu zu erfinden. Darum haben wir mehr in die Gemütlichkeit und die Qualität investiert. Wir versuchen uns auch so zu positionieren, dass wir ein Qualitätsrestaurant sind. Durch das sind wir vielleicht ein wenig teurer, aber dafür machen wir fast alles selber. Wir haben zusätzlich am Abend geöffnet und bieten mittags und abends warme Speisen an. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten, zum Beispiel haben wir das bezahlbare Mittagsmenü für die Arbeiter beibehalten.

Für was soll der neue «Dreispitz» der Gemeinde Wila geben?

Das Dreispitz soll ein gesellschaftlicher Treffpunkt werden. Die Wilemer sollen gerne zu uns kommen und ungestört ihr Bier trinken können. Sie sollen sich wohlfühlen, aus diesem Grund haben wir beispielsweise die Wände komplett neu bemalt. Das Dreispitz soll durchaus etwas für Wila sein, wir hatten seit einiger Zeit kein Restaurant mehr. Ich denke, wenn man ein Unternehmen aufbaut, muss es nachhaltig sein, etwas das wirtschaftlich funktioniert. Darauf zielen wir ab. Wir nehmen unsere Kunden nicht aus, wir haben auf all unseren Gerichten einen fixen, prozentualen Betrag wie viel die Zutaten kosten dürfen.

Die Preise unsere Gerichte sind exakt berechnet, das heisst wir sind fair und haben unseren Preis. Wir wollen aber, dass die Leute gerne zu uns kommen und dass es sich lohnt das Restaurant Dreispitz zu besuchen.

Mit welchen Speisen/Spezialitäten werden Sie Ihre Gäste in Zukunft verwöhnen?

Wir versuchen in erster Linie gutes Essen für alle Geschmäcker anzubieten. In welche Klassifizierung, dass die Speisen dann schlussendlich passen, ist sekundär. Wir bieten Gerichte an, welche man in dieser Gegend gerne isst. Auf unserer Karte sind aber dennoch auch einige Spezialitäten zu finden, denn unser Koch kommt aus der Sterneküche. Klar, habe ich bei der Menükarte meine Inputs dazu gegeben, aber schlussendlich ist er für die Küche verantwortlich und wir für den Service.

Zum Schluss noch folgende Frage: Werden Sie als Tausendsassa ab und an selber am Herd stehen und für Ihre Gäste kochen?

Ich denke, wir belassen es so wie es ist. Es kann schon sein, dass wenn ich mal alleine bin, ich auch eine Portion Pommes zubereiten muss. Grundsätzlich sollte man aber das machen, was man am besten kann. Es gibt genügend Leute, die denken sie können alles (lacht).