Da kommt der Honig her

Werner Mettler bietet Einblick in sein Bienenhaus im Wänk, Wildberg (Foto: abs)

Werner Mettler ist ein engagierter Imker. Am 17. Juni möchte der Wildberger der Bevölkerung sein Hobby näher vorstellen. Deshalb öffnet er für ein paar Stunden die Tür seines Bienenhauses und lädt zum Besuch ein.

Die Zahlen sind beeindruckend: Werner Mettler ist Herr über rund 50 Bienenvölker. Ein Volk zählt im Winter circa 15’000 Bienen, im Sommer gut 40’000. Das ergäbe ein Gewicht von etwa vier Kilo. Mettler startete 1984 mit der Übernahme des Bienenbestandes von Walter
Jucker. Nach und nach erhöhte er den Bestand auf über 30 Völker. Seit seiner Pensionierung vor vier Jahren kann sich der ehemalige Bauingenieur noch intensiver seinem Hobby widmen. Mittlerweile sind seine 50 Bienenvölker auf vier Bienenhäuser in der Gemeinde Wildberg verteilt.

Im Kanton Zürich sind derzeit 1660 anerkannte Imker registriert. Daneben gebe es sicher noch eine grosse Anzahl «wilder» Bienenzüchter, vermutet Werner Mettler, der nebenbei auch Präsident des Bienenzüchtervereins Elgg und Umgebung ist. Die Biene stehe bei den sogenannten Wirtschaftstieren in der Schweiz an dritter Stelle hinter Schweinen und Rindern. Der volkswirtschaftliche Wert belaufe sich auf 2,5 Milliarden Franken im Jahr. Ein Bienenvolk besteht laut Mettler aus einer Königin, 100 bis 1000 Drohnen und bis zu 40’000 Arbeiterinnen.

In einem guten Jahr bringe er es auf 800 Kilo Honig, schildert Werner Mettler. Ob es dieses Jahr überhaupt Honig gebe, könne er momentan nicht sagen. Die Witterung im Frühling, vor allem der Schnee nach der Blust, wirke sich vermutlich negativ auf die Produktion aus. Melezitose – also Honig, der in der Wabe kandiert – könne nicht verwendet werden. «In den letzten Jahren habe ich keine grossen Völkerverluste erlitten. Kleinere gibt es immer wieder», weiss der Wildberger.

Noch kein Verkauf möglich

Am 17. Juni möchte Werner Mettler sein Bienenhaus im Wänk, zwischen Wildberg und Ehrikon, gerne zeigen und den Interessierten sein Hobby und die Bienen allgemein näherbringen. 2012 hat sein «Tag des offenen Bienenhauses» gegen 80 Leute angelockt. Ursprung des Anlasses waren viele Fragen von Leuten, die wissen wollten, wie die Honigproduktion von sich geht. Mettler findet: «Nach fünf Jahren ist es an der Zeit, wieder einmal einen Einblick in die Arbeit eines Imkers zu gewähren.» Viele Leute hätten gar keine Ahnung, wie es in einem Bienenhaus aussieht.

Vorgesehen sind Führungen im Bienenhaus, die Beantwortung von Fragen aus dem Publikum und Informationen zu besonderen Themen auf Tafeln beim Bienenhaus. Muss man sich vor Stichen fürchten? «Wir machen nichts Gefährliches. Vor fünf Jahren wurde niemand gestochen», beruhigt der erfahrene Imker. Die Kästen will er nur soweit öffnen, dass keine Bienen austreten können. Zudem seien Bienen friedlich und stächen nur, wenn sie sich angegriffen fühlten. Aber ein oder zwei Schutzanzüge halte er bereit für den Fall, dass sich jemand zu unsicher fühle.

Seine Frau Lisbeth wird in der nahegelegenen Scheune die wartenden Gäste unentgeltlich mit Getränken und Kuchen bedienen. Einige Parkplätze will Mettler abstecken. Dafür sei genügend Platz vorhanden. Die Zufahrt ist ab der Hauptstrasse zwischen Wildberg und Ehrikon signalisiert.

Der Imker bedauert, dass er an diesem Anlass keinen Honig verkaufen kann. Die Ernte 2016 fiel mit nur 300 Kilo bescheiden aus, der Bestand sei längstens verkauft. Infolge des späten Kälteeinbruchs konnte er bisher noch keinen Honig schleudern. Folglich kann er die gelbe Delikatesse derzeit nicht anbieten. Bleibt nur zu hoffen, dass die Produktion seiner Völker dieses Jahr grösser ist als im Vorjahr.

 

Offenes Bienenhaus
Am Samstag, 17. Juni, von 10 bis 16 Uhr ist Tag des offenen Bienenhauses im Wänk zwischen Wildberg und Ehrikon. Die Zufahrt ist ausgeschildert. Es wird kein Eintritt erhoben und es ist keine Anmeldung nötig.
Albert Büchi
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