Busbetreiber hegt Zweifel und ist enttäuscht

Ist enttäuscht von der Entscheidung des Gemeinderats: Busbetreiber Adrian Leutenegger (Foto: Rafael Lutz)

Aufgrund zu hoher Kosten und zu wenigen Fahrgästen hat der Gemeinderat Bauma beschlossen, den Ortsbus einzustellen. Adrian Leutenegger, dessen Firma den Busbetrieb führte, findet die Entscheidung des Gemeinderats enttäuschend.

Seit November 2016 transportierte der Ortsbus in Bauma regelmässig Bewohner und Angehörige der beiden Alters- und Pflegeheime Böndler und Blumenau in den Ortskern und wieder zurück. Letzte ­Woche hat der Gemeinderat entschieden, den Versuchsbetrieb Ortsbus auf den 30. September einzustellen.

Eine neue Lösung ist bereits in Sicht

Die lokale Exekutive schrieb, dass sie den Beschluss bedauere und eine Folgelösung prüfe. Neben dem Ortsbus wird auch der Pendlerbus, der jeweils morgens fuhr und auch für Berufs­tätige gedacht war, bereits heute eingestellt. Versucht wird auf Oktober eine neue Lösung zu finden, sagt Gemeindepräsident Andreas Sudler (parteilos). Derzeit ist man auf der Suche nach Taxiunternehmen, so Sudler. Eine mögliche Nachfolgelösung wäre ein Ruftaxi. Grund für die Einstellung des Ortsbusses sind die wenigen Passagiere und das hohe Defizit, lediglich 50 Prozent der Kurse seien mit Fahrgästen besetzt gewesen, schreibt der Gemeinderat.

Im letzten Jahr musste die ­Gemeinde ein Defizit von zirka 52’000 Franken berappen. Seitdem im November 2016 das Projekt gestartet wurde, handelte es sich um ein Defizitgeschäft, erklärt Sudler. Das Projekt stand von Beginn weg auf wackeligen Füssen. Als es gestartet wurde, äusserte sich der damalige Gemeindeschreiber Andreas Strahm bereits pessimistisch und meinte: «Vergleicht man mit anderen Gemeinden, sind die ­Erfolgschancen eines Ortsbusses klein.»

Für Felix Graf, Heimleiter des Alters- und Pflegeheims Blu­menau, ist die Entscheidung des Gemeinderats «sehr gut nachvollziehbar», da der Kostenaufwand zu gross gewesen sei. In der Blumenau sei das Angebot des Ortsbusses zu wenig genutzt worden. Damit sei «leider genau das passiert, was wir bereits ­befürchtet hatten», sagt Graf. Wichtig ist für ihn, dass nun eine neue Lösung gefunden wird. Das Ruftaxi sieht er als eine «gute Option» an. Neben dem Ortsbus hat das Alters- und Pflegeheim Blumenau auch selber zwei Busse, mit denen die Bewohner zu den jeweils anfallenden Terminen gefahren werden.

ÖV-Verbindung ist sehr wichtig

Auch für Bruno Kleeb, Heimleiter des Alters- und Pflegeheims Böndler in Bauma, ist die Entscheidung des Gemeinderats verständlich, obwohl er «nicht begeistert» darüber ist. Von dem Altersheim nutzten nur wenige BewohnerInnen das Angebot, allerdings hätten durchschnittlich pro Tag eine ange­hörige Person oder andere Personen den Ortsbus genutzt. Dass es eine Möglichkeit gibt, mit einem öffentlichen Verkehrsmittel in den Böndler zu kommen, ist dem Heimleiter sehr wichtig. Sollte es mit dem Ruftaxi klappen, könnte das eine «mögliche Lösung» sein, meint Kleeb. Weniger Verständnis für die Entscheidung des Gemeinderats zeigte Adrian Leutenegger von der Leutenegger GmbH. Er ist persönlich enttäuscht von der Entscheidung des Gemeinderats. Seiner Ansicht nach gibt es kaum eine bessere Lösung als den Ortsbus.

«Schade, den Bus einfach so einzustellen»

Die Pläne des Gemeinderats findet Leutenegger nicht zufriedenstellend. Er fragt sich, ob Ruftaxis für die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner der Altersheime sowie deren Angehörige eine gute Lösung sind. «Wie sollen die älteren Personen mit ihren Rollatoren in ein Ruftaxi?» Das Projekt Ortsbus ­wurde ursprünglich von Leuten­egger, der mit seiner Firma die Chauffeure und Busse bereitgestellt hatte, und den beiden Leitern der Altersheime Böndler und Blumenau, Bruno Kleeb und Felix Graf, lanciert. Ebenfalls zeigten sich ein­zelne Betroffene enttäuscht. So sagte die Schwester einer Bewohnerin des Altersheims Blumenau, dass sie es sehr schade findet, den Ortsbus «einfach so einzustellen».