Blendender Abschluss eines ehrgeizigen Projekts

Zum «Gran Finale» versammelten sich alle Chöre auf der Bühne und sangen gemeinsam «So schöön, so schöön» (Fotos: Andrea Hebeisen)

Bei strahlendem Sonnenschein, mit zahlreichen Gästen und vielen neugierigen kleinen und grossen BesucherInnen konnte das Einweihungsfest der Erweiterung der Schul- und Sportanlagen Kollbrunn am letzten Samstag gefeiert werden. Im Mittelpunkt stand die Rägeboge-Halle.

In seiner Ansprache vor geladenen Gästen liess der Gemeindepräsident von Zell, Martin Lüdin die Baugeschichte Revue passieren, von der Ablehnung der Sanierung der alten Turnhalle im Jahr 2005, über den wichtigen Landkauf im 2011, die Erweiterung des Projekts um Anbau mit Klassenräumen im Herbst 2012 bis zur Zustimmung des Kreditantrags von 13,9 Millionen Franken im November 2014. Die Umsetzung begann am 8. Januar 2015 mit der Baueingabe, die Schulräume wurden am 14. Juli 2016 und die Mehrzweckhalle am 1. Dezember 2016 in Betrieb genommen. Die Bauabrechnung wird voraussichtlich an der Gemeindeversammlung vom 18. September 2017 zur Genehmigung beantragt.

Ein Landverkauf gab den Impuls

Marin Lüdin bedankte sich bei Adrian Gasser, der das Land verkauft hat, auf dem die Mehrzweckhalle steht, er bedankte sich bei den Menschen, die an den Schul- und Sportanlagen geplant und gebaut haben, bei den Menschen, die das Einweihungsfest geplant haben, bei jenen, die am Einweihungstag ihre Aufführungen halten und den fleissigen HelferInnen, die für das Wohl der Gäste sorgen.

«Die Mehrzweckhalle Rägeboge – eine Bereicherung und eine Chance für Kollbrunn sowie die Gemeinde Zell», ist Martin Lüdin überzeugt, diesem konnte Adrian Gasser nur zustimmen. Er war sehr erfreut, welch schöne und praktische Bauten auf seinem ehemaligen Stück Land realisiert wurden.

Regierungspräsident und Gastredner Mario Fehr (l.) wird vom Zeller Gemeindepräsidenten Martin Lüdin beschenkt

Markus Kernen, Mitglied der Schulpflege und der Baukommission, überbrachte die Grussbotschaft der Schulpflege Zell, die sich an dem schönen zweckdienlichen Bau sehr erfreut. Die neuen Schulzimmer sind lichtdurchflutet, die technischen Finessen (wie die elektronischen Wandtafeln) werden von den Kindern gerne genutzt. Die Lehrpersonen und die Kinder
haben während der Bauphase den eingeschränkten Pausenplatz geduldig ertragen und als es keine Turnhalle gab auch diesen Umstand bestens gemeistert – sie wussten ja, was da hinter den Bauabschrankungen Tolles für sie entsteht.

Die Nachbargemeinden waren ebenfalls gut vertreten, die Stadtpräsidenten, von Winterthur Mike Künzle, und Illnau-Effretikon Ueli Müller, die Gemeindepräsidenten aus Turbenthal Georg Brunner, aus Schlatt Urs Schäfer, und aus Weisslingen Andrea Conzett, sowie weitere Stadtrat und Gemeinderatskollegen der genannten Gemeinden.

Die freundliche Beharrlichkeit führte zum Ziel

Als Gastredner schilderte der Zürcher Regierungspräsident und Sportdirektor Mario Fehr die freundliche Beharrlichkeit des Zeller Gemeindepräsidenten Martin Lüdin zugunsten dieses Projekts der Erweiterung der Schul- und Sportanlagen Kollbrunn. Es ist sehr begrüssenswert, dass den sporttreibenden Vereinen so viel Stellenwert eingeräumt wird und somit so eine tolle Halle gebaut wurde, jedoch diese auch für die kulturellen Anlässe genutzt werden kann und natürlich auch der Schule zur Verfügung steht. Aus diesen Aspekten, eine Mehrzweckhalle für den Schulsport, den Vereinsbreitensport und die Gemeinschaft, wurde anstatt der zugesagten 700’000 Franken, grosszügig eine Million Franken aus dem KASAK-Fond zugesprochen. Mario Fehr, er war jahrelang Präsident der Parlamentarischen Gruppe für Tibet im Nationalrat und in dieser Eigenschaft öfters im Tibet-Institut in Rikon anzutreffen, bewundert die unglaublich vielseitige und enorme Freiwilligenarbeit, die nicht nur für diese Einweihungsfeier oder das kommende Kantonale Turnfest, sondern auch durchs Jahr hindurch im Tösstal geleistet werde – ein toller Zusammenhalt auf den die Gemeinde Zell und das Tösstal stolz sein darf.

Rägeboge-Show – kunterbunte Abwechslung

Unter der Regie von Charlotte Joss ist ein bunter Strauss an Liedern und Darbietungen entstanden, die in einer knapp stündigen Show in einem Teil der neuen Doppelturnhalle das Publikum begeisterten. Singend waren die Kindergärtner und Primarschüler aus Kollbrunn dabei, der Zeller Kinder- und Jugendchor, das Zeller Chortheater, der reformierte Kirchenchor sowie der Männerchor Kollbrunn. Tanzend zeigten zwei tibetischen Tanzgruppen ihre traditionellen Tänze in den farbenfrohen Festtagsgewändern und turnend waren der Turnverein Rikon und die Mädchenriege Kollbrunn zu bewundern.

Die Kinder in regenbogenfarbigen T-Shirts hüpften fröhlich durch die Halle herein, stürmten auf die Bühne und sangen aus vollem Halse «so schöön, so schöön» – ein eigens für diesen Anlass getextetes Lied. Weiter ging’s mit dem Zeller Chor-theater, die in mittelalterlichen Kostümen von der Galerie herab ein französisches Lied zelebrierten.

Leger hingen die stattlichen Herren vom Männerchor Kollbrunn zwischen den Barren und sangen «Mach mal Pause, mach mal Urlaub». Nun zeigten die starken Männer vom Turnverein Rikon eine beeindruckende Kraftübung an drei Barren, synchron und mit exakt-geturnten Elementen.

Zum Evergreen «Motorbiene», schwungvoll gesungen vom Männerchor Kollbrunn düsten die Kinder im Saal herum und brummten fröhlich mit. Tanzende Regenschirme an der Sprossenwand, jonglierende und Ball spielende Kinder, mit Farbbändern schwingend und Konfetti werfend zeigten sie eine herzige Bewegungsshow, während die vierköpfige Live-Band unter der Leitung von Kilian Deissler die passende Musik spielte. Diesmal trat das Zeller Chortheater auf der Bühne in Erscheinung, die authentische Kleidung, der kleine Tanz und dazu ein passendes französisches Lied aus dem Mittelalter.

Die Schulkinder belagerten mit ihrer fröhlichen Art anschliessend die Bühne, tanzten mit farbigen Leintüchern und konnten sogar Schuhplattlern. Die Mädchenriege Kollbrunn gab einen Einblick in ihre erstaunliche Fitness und das Publikum gab spontan Zusatz Applaus. Sanft erklang ein italienisches Lied vom Männerchor Kollbrunn, anschliessend trug der Zeller Kinder- und Jugendchor grosse Leuchtkugeln durch den Saal und der reformierte Kirchenchor stimmte sein erstes Lied an.

Die tibetische Tanzgruppe verführte die Anwesenden mit elegantem Traditionstanz und den entsprechenden Festtagskleidern in eine andere musikalische Welt. Passend dazu sang danach der reformierte Kirchenchor «Wo Menschen sich verbinden». Nochmals erklangen fremde Melodien aus einer Art Mandoline und einer Zither, diesmal waren die kleineren Kinder aus der tibetischen Tanzgruppe die herzigen Blickpunkte. Nach einem weiteren Auftritt des Zeller Kinder- und Jugendchors mit «Zoge’n am Boge», bei dem zahlreiche Menschen im Publikum mitsangen, versammelten sich alle Chöre auf der Bühne zum fröhlichen Schlusslied «so schöön, so schöön» – eine tolle kunterbunte Show!

Neugieriges Bestaunen

Gerne liessen sich die Interessierten überall auf dem Areal rumführen, ob in die Heizzentrale oder die Technikräume, es gab überall Erstaunliches zu hören, die aufmerksamen Führer waren bestens vorbereit und konnten alle Fragen beantworten. In den neuen, fröhlich eingerichteten Schulzimmern faszinierten die neuen Unterrichtsmöglichkeiten mit der elektronischen Wandtafel. Und die Halle beeindruckte mit den praktischen Trennmöglichkeiten, den durchdachten Platzverhältnissen und dem vorausschauenden Einbau der heutigen Technik wie Beamer und Leinwand in der Halle und im kleinen Raum, der voll ausgerüsteten Gastroküche mit dem neuzeitlichen Kochgeräten wie Steamer, Bräter oder Getränke-Kühlschubladen und im Untergeschoss die funktionell eingerichteten Garderoben.

Draussen auf den Pausenplatz waren die Festbänke stets voll, genüsslich wurde eine Wurst vom Grill verspeist, dabei über diese und jene Finesse der Neubauten diskutiert und beim Kuchenbuffet der Frauenvereine Rikon und Kollbrunn konnte man sich vor lauter Vielfalt fast nicht für nur ein Stück entscheiden. Gerne wäre manch einer noch länger auf dem Areal geblieben und doch wurde es allmählich kühler und so wurde der Platz gegen 18 Uhr leergeräumt, denn es war ja abends die Mehrzweckhalle bereits wieder vermietet, an den Turnverein Rikon, der sein 125-jähriges Jubiläumsfest feierte.