Bei Werkhof und Feuerwehr zu Hause

Die alte und neue Führungsspitze der Feuerwehr Zell (v.l.n.r.) Jürg Frei, Heinz Ledergerber, Roman Siegenthaler und Stefan Hochreutener (Fotos: mhi)

Werkhof und Feuerwehr der Gemeinde Zell öffneten am vorvergangenen Samstag ihre Tore. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die dargebotene Gastfreundschaft für einen Besuch. Nicht fehlen durfte natürlich eine Vorführung von Gerät und Können.

Sonnenschein, der Duft von Bratwurst weht durch die Luft, Familien, Feuerwehrleute und glänzende Fahrzeuge, bereits der erste Eindruck wirkte vielversprechend. Am späten Samstagnachmittag luden Feuerwehr und Werke in ihr «zu Hause». Wortwörtlich war es ein Tag der geöffneten Tore. Die Fahrzeuge fanden ihren Platz für einmal draussen. Die Werkhofmitarbeiter hatten einige Schautafeln bereitgestellt mit Informationen zu ihrer Arbeit und waren auch gerne bereit bei weiteren Fragen Auskunft zu erteilen. Auch die Feuerwehrleute informierten freundlich und kompetent.

Der Feuerwehr-Kommandant Jürg Frei begrüsste die Gäste herzlich und warnte gleich, man solle sich noch schnell verpflegen, in den nächsten 45 Minuten gebe es keine Verschnaufpause. Nach einigen Hinweisen zum Programm gab es viele Informationen. Ein spezielles Augenmerk galt aber den Fahrzeugen im Fuhrpark der Feuerwehr. Alle hätten nun schon etliche Jahre in Betrieb hinter sich und auch wenn man dem Material gut Sorge trage, seien nach einer gewissen Zeit Neuanschaffungen unumgänglich. Die meisten Fahrzeuge wären nun schon beinahe 20 Jahre im Besitz der Gemeinde. Das bisherige Personentransportfahrzeug (PTF) sei deshalb das Erste, welches ersetzt werde.

Und so wurde das alte Fahrzeug weggefahren und mit «tatü – tataa» fuhr das neue Fahrzeug vor. Die Ausstattung des neuen PTF ist auf dem modernsten Stand und speziell auf die Bedürfnisse der Feuerwehr zugeschnitten. Neben vielen anderen Ausstattungsmerkmalen verfügt das Fahrzeug über eine «Markise». Bei grösseren Einsätzen brauche es eine anschauliche Einsatzplanung, erklärt der Kommandant den Nutzen, bisher behelfe man sich mit Flipcharts, wie dies bei Regen aussähe, könne sich wohl jeder vorstellen. Weitere Neuanschaffungen in den nächsten Jahren werden folgen.

Der Kommandant Jürg Frei stellt das neue Fahrzeug mit allen wesentlichen Einzelheiten vor
Der Kommandant Jürg Frei stellt das neue Fahrzeug mit allen wesentlichen Einzelheiten vor

Schliesslich übergab Jürg Frei das Wort an Claudia Brändle, Geschäftsführerin der Tony Brändle AG Wil. Diese überreichte den symbolischen Schlüssel dem Kommandanten und wünschte dem Sprinter selbst, «dass du immer heil in dein Depot zurückkehren darfst.» Claudia Brändle ist überzeugt, dass der neue Personentransporter als Referenzfahrzeug für andere Feuerwehren dienen wird – sogar ausserhalb des Kantons Zürich. Und auch Bruno Vollmer, Vorsteher der Sicherheitskommission der Gemeinde Zell, betonte die Wichtigkeit eines modernen Fuhrparks für die Feuerwehr. Zum Vergleich erinnerte er daran, wie noch vor 20 Jahren ein Mobiltelefon ausgesehen habe. Damals gab es die ersten SMS-fähigen Telefone.

Personenrettung und Jugendfeuerwehr 

Später durfte das neue Fahrzeug in einem ersten Einsatz glänzen: Eine Personenrettung aus einem verunfallten Auto diente als Übung. Zu sehen war ein eingespieltes Team der Feuerwehr, die wichtigen Handgriffe sassen. Für einmal wurde klar, was es zu bedenken und beachten gibt bei einer solchen Rettung. Glasscherben und scharfe Kanten müssen vermieden oder abgedeckt werden. Allzu neugierige Zuschauer könne man normalerweise auch nicht brauchen, im Ernstfall wären bereits Sichtschutzwände aufgestellt. Und auch die Medienvertreter müsse man in Schach halten.

Aber auch nach der Übung gab es viel zu entdecken: Die Fahrzeuge standen offen, so dass man sich einmal die Ausstattung ansehen konnte. Im Feuerwehrdepot war eine Festwirtschaft eingerichtet und so konnte man dort nun in aller Ruhe seinen Durst löschen. Die Jugendfeuerwehr fand am Rand der Veranstaltung ihren Platz. Hier wurde ein kleines Feuer gelegt und interessierte Kinder und Jugendliche durften mit einem Kleinlöschgerät den Brand löschen.

Sorge tragen zu Gewässern und Strassen

Auch die Werkhofmitarbeiter waren gerne bereit über ihre Arbeit zu sprechen. Viel Aufwand verursache das Thema Neophyten, Japanischer Staudenknöterich, Springkraut oder Goldrute sind auf dem Vormarsch. Diese zu entfernen sei teilweise mit grossem Aufwand verbunden und manchmal beinahe aussichtslos. Aber man habe natürlich auch anderweitig das ganze Jahr genug zu tun: Gewässerunterhalt, Schneeräumarbeiten, Unterhaltsarbeiten an Gehwegen und kleinere Reparaturen an den Gemeindestrassen, die Arbeit ist vielseitig.

Die Personenrettung verläuft unaufgeregt und souverän
Die Personenrettung verläuft unaufgeregt und souverän

Schliesslich fand sich noch eine Musikgruppe ein, in der Festwirtschaft wurde noch lange geredet, gelacht und gemeinsam gefeiert. Feuerwehrleute und Gäste genossen den ausklingenden Tag miteinander.

Einen Ausblick auf die Zukunft gab es an diesem Tag auch: Nicht nur der Fuhrpark wird erneuert, sondern auch das Kommando der Feuerwehr. Kommandant Jürg Frei und sein Stellvertreter Heinz Ledergerber geben die Leitung bei der Schlussübung im November ab: «30 beziehungsweise 32 Jahre Feuerwehr sind genug für uns», findet Jürg Frei. Ihre Nachfolge antreten werden Roman Siegenthaler als neuer Kommandant und Stefan Hochreutener als Stellvertreter und Ausbildungschef.