Baumer Märt bringt Leute zusammen

Heinz Lippuner flechtet an Ort und Stelle (Foto: sv)

Zweimal im Jahr findet der traditionsreiche «Baumer Märt» statt. Für die Dorfbewohner bietet der Markt eine ideale Kulisse für geselliges Beisammensein.

Zum 356. Mal fand vergangenes Wochenende der Baumer Märt statt. Bei schönstem Wetter flanierten die Leute durch die Stände. Die Kinder amüsierten sich beim Karussell und der «Tütschibahn» oder genossen ein leckeres Softeis, was bei den warmen Temperaturen angebracht war. Während man durch den Märt spazierte, traf man auf viel Bekanntes; die Stände, die jedes Mal mit dabei sind, der Duft von Zuckerwatte oder Magenbrot, der in der Luft liegt. Es ist ein Fest an dem die Dorfbewohner gerne teilnehmen, nicht zuletzt um Bekanntschaften zu pflegen oder auf alte Freunde zu treffen. Dies ist auch für viele ein Grund, einen Stand aufzubauen. In erster Linie geht es nicht um den Verkauf, sondern darum, dabei zu sein.

Verkauf steht nicht an erster Stelle

Viele der lokalen Aussteller am Baumer Märt sind bei jedem Märt mit dabei. Peter Kunz, von der Firma P. und R. Kunz, stellt bei jedem Märt aus. «Es ist die beste Reklame», meint er. Dieses Jahr konnte man bei seinem Stand Kleinmaschinen für den Garten wie Holzsagen, Motorsagen oder Trimmer anschauen. Es gehe in erster Linie nicht um den Verkauf, meint Kunz. Natürlich sei es gute Werbung, aber in erster Linie will man dabei sein und sich mit den Leuten unterhalten. «Wir sind hier in Bauma ansässig, da kennt jeder jeden. Die Leute wissen, wo unser Stand ist und kommen vorbei, um sich zu unterhalten». Ähnlich sieht es auch Christoph Kuratle, Geschäftsführer der Quad Tösstal GmbH. Er ist zum zweiten Mal beim Baumer Märt als Aussteller dabei. Die Quad Tösstal setzt den Schwerpunkt auf Quad, bietet Touren oder Fahrzeuge zum vermieten oder kaufen an. Bei seinem Stand kann man vor allem Kleinmotorengeräte begutachten. Laut Kuratle ist der Verkauf nicht massgebend. «Indem man beim Markt ausstellt, kommt man mit den Bewohnern aus Bauma in Kontakt. Man kann mit Leuten reden und Beziehungen pflegen», meint Kuratle.

Vom «Bluemehuus Mötteli+Co» wurde ein Stand reich an Blumen und Puris-Sirup aufgestellt. Geschäftsführerin Melanie Schneider stellt jedes Jahr vor dem Geschäft aus. Bewusst hat sie verschiedene Blumensorten ausgesucht, um ihr vielseitiges Sortiment zu zeigen. Die frischen Schnittblumen kommen aus dem Hauptgeschäft in Turbenthal. Am Stand konnte man unter den vielen Sträussen und Gestecken auch etwas Passendes zum Thema Ostern finden.

Seit vielen Jahren mit dabei

«Den besten Baumerfladen gibt es bei der Bäckerei Rathgeb». Mit dieser Aussage verabschiedet sich Daniela Gubler von mir. Seit vielen Jahren betreibt sie schon einen Stand am Baumer Märt. Dort bietet sie zusammen mit Jane Kühne Spezialbrote, Zöpfe, Patisserie und natürlich den «besten» Baumerfladen an. In all den Jahren hat sie nur gute Erfahrungen gemacht. «Die Leute haben Freude an uns und wir an ihnen. Darum sind wir schon so lange dabei», freut sich Gubler.

Ebenfalls lange dabei ist Angelika Plüss, Primarlehrerin und Jugendchorleiterin. Seit 2002 bietet sie mit singbegeisterten Kindern und Jugendlichen Waffeln an ihrem Stand an. Kinder aus dem Chor können sich freiwillig melden, wenn sie mitmachen wollen. Bei den Jüngeren ist immer eine erwachsene Person dabei. Dieses Jahr jedoch bedienen fünf Jugendliche das Waffeleisen eigenständig.

Eigenständig ist auch das Stichwort für Heinz Lippuner, der selbstgeflochtene Körbe anbietet. Seit vielen Jahren ist er am Baumer Märt mit dabei. Seine Körbe sind reine Handarbeit. Von dem kann man sich am Märt selbst überzeugen, denn Lippuner flechtet an Ort und Stelle. Während die Marktbesucher sich um ihn versammeln und fasziniert zuschauen, arbeitet er ruhig aber flink weiter. Etwas Neues wird vor den Augen der Besucher geschaffen. Lippuners «Chorben» beweist, dass sich ein Besuch des Baumer Märts lohnt, wenn man etwas nicht Alltägliches sehen möchte.