Bauma will mit Kameras gegen illegale Entsorgung vorgehen

Abfälle und Kehricht, die illegal entsorgt werden, verursachen Kosten für die Allgemeinheit. Die Gemeinde ist nämlich verpflichtet, die korrekte Entsorgung zu gewährleisten. Bauma will demnächst an einigen Abfallsammelstellen Kameras installieren.

Kurz vor Monatsende scheint die Spitzenzeit für die illegale Entsorgung von Sperrgut zu sein. Yves Garessus, Abteilungsleiter Gesellschaft der Gemeinde Bauma, kann ein Lied davon singen: „Ganze Wohnungseinrichtungen landen dann vor den Baumer Abfallsammelstellen.“ Besonders beliebt scheinen die Sammelstellen beim Werkhof und beim alten Landi in Bauma zu sein: Kehrichtsäcke ohne Gebührenmarken, Büchergestelle, Sofas und Waschmaschinen werden dort abgeladen. „Dass Möbel und Haushaltgeräte besonders häufig gegen Monatsende illegal entsorgt werden, hat mit den Umzugsterminen zu tun“, vermutet Garessus. Zudem kommt es immer wieder vor, dass zu früh an die Strasse gestellt werden. Abfallsäcke müssen am Morgen des Abfuhrtags vor sieben Uhr an den offiziellen Sammelpunkten deponiert werden. Sowohl Hauskehricht, als auch Sperrgut muss je nach Volumen oder Gewicht mit einer entsprechenden Anzahl Abfallmarken versehen sein. Diese sind in verschiedenen Geschäften in Bauma oder Sternenberg sowie auf der Gemeindeverwaltung erhältlich. Kehrichtsäcke oder Sperrgut ohne Abfallmarken gelten als illegal entsorgter Müll. Für die Kehrichtabfuhr ist in Bauma die Kehrichtverwertung Zürcher Oberland (KEZO) in Hinwil zuständig.

Im Wiederholungsfall droht eine Strafanzeige

Anfang Woche hat der Gemeinderat in einer Medienmitteilung, begleitet von einem entsprechenden Foto, auf das Problem mit der illegalen Abfallentsorgung aufmerksam gemacht: „Werden Abfälle illegal entsorgt, geht das zu Lasten der grossen Mehrheit der korrekt handelnden Einwohnerinnen und Einwohner, welche die fachgerechte Beseitigung des illegal deponierten Mülls mit ihren Gebühren mitfinanzieren müssen“, heisst es in der Mitteilung. „Falls die Verursacher des illegal deponierten Abfalls ausfindig gemacht werden können, müssen sie die Entsorgungskosten übernehmen, bekommen eine empfindliche Busse auferlegt und müssen unter Umständen, zum Beispiel im Wiederholungsfall, mit einer Strafanzeige rechnen“, warnt Garessus. Wie und wo der Abfall entsorgt werden darf, ist aus dem Recyclingkalender der Gemeinde Bauma zu entnehmen, der auch von der Website heruntergeladen werden kann.

Wird Abfall illegal abgelagert, muss die Gemeinde für die nachträgliche korrekte Entsorgung aufkommen: „Unsere Gemeindearbeiter müssen den Müll verladen und in die KEZO fahren. Neben dem betrieblichen Aufwand von gut eineinhalb Stunden schlagen die Entsorgungsgebühren von 150 Franken je Tonne zu Buche“, gibt Garessus zu bedenken. Wer für das illegale Deponieren von Abfall verantwortlich ist, lässt sich nicht so leicht sagen: „Manchmal sind es Einheimische. Es wurden aber auch schon Personen mit ausserkantonalen Autonummern beobachtet, wie sie an Abfallsammelpunkten ihre Kehrichtsäcke ausluden. Dann können wir eine Busse verfügen“, weiss der Abteilungsleiter Gesellschaft.

Abfallsammelstellen überwachen

Um zumindest die gröbsten Verstösse gegen die kommunale Abfallverordnung einzudämmen, möchte Garessus bei den Sammelstellen Werkhof und alter Landi Überwachungskameras installieren lassen. Dies hätte einerseits abschreckende Wirkung, anderseits würde dies die Möglichkeit schaffen, allfällige Verstösse zu ahnden. Im Einklang mit dem „Reglement über die Videoüberwachung auf öffentlichem Grund“ würden an diesen Orten Schilder auf die Überwachung aufmerksam machen. In Artikel 2 dieses Reglements heisst es: „Die Videoüberwachung ist vor Ort durch geeignete Massnahmen wie deutlich sichtbare Hinweistafeln erkennbar zu machen.“

Die Kameras sollen nächstes Jahr installiert werden. Die definitive Entscheidung trifft der Gemeinderat. Vorgeschlagen wird, im Budget 2019 die Anschaffung von fünf Kameras mit Zubehör für insgesamt 3500 Franken zu veranschlagen. „Die illegale Deponierung von Abfällen hat sich seit einiger Zeit zu einem grösseren Ärgernis entwickelt“, sagt Gemeindeschreiber Roberto Fröhlich auf Anfrage, „Mit der Anschaffung von Videoüberwachungskameras hoffen wir auf eine präventive Wirkung.“