Bauma stimmt für attraktiveres Gemeindehaus 

Vor dem Gemeindehaus werden Bäume gepflanzt (Foto: Kai Hicks)

An der Gemeindeversammlung Bauma gab vor allem der Zusatzkredit zur Umgebungsgestaltung im Rahmen der Sanierung des Gemeindehauses zu reden. Die Jahresrechnung wurde trotz Verlust einstimmig angenommen.

Pünktlich um 20 Uhr eröffnete Gemeindepräsident Andreas Sudler die Gemeindeversammlung in der reformierten Kirche. Er begrüsste die 98 Stimmberechtigten und hielt fest, dass der Gemeinderat vollzählig anwesend sei. Als erstes präsentierte der neue Ressortvorsteher Finanzen, Jürg Bosshard, die Jahresrechnung 2016. Diese ist mit einem Verlust von rund 750’000 Franken schlechter ausgefallen als budgetiert. Die Abweichung zum Budget beträgt gut eine Million Franken. Zurückzuführen ist dies einerseits auf den Verkauf des Gemeindehauses Sternenberg, welcher früher als gedacht erfolgte und schon 2015 verbucht wurde. Im Bereich Aufwand gab es höhere Ausgaben beim Personal, da zusätzliche Stellen im Bereich AHV/IV und in der Sonderpädagogik nötig waren. Beim Hallenbad hätte man zu optimistisch budgetiert, die Unterhaltskosten des in die Jahre gekommenen Bades steigen stetig. Die Ausgaben im Pflegebereich seien nicht beeinflussbar, so Bosshard. Auch in der Sozialhilfe gab es höhere Fallzahlen. Abweichungen auf der Ertragsseite seien auf mehr Steuerzahler und effizientere Fallbearbeitungen zurückzuführen. Der Sachaufwand sei innerhalb des Budgets sogar rückläufig, meinte Bosshard. Bei den Investitionen wurden von den budgetierten sieben Millionen nur 2,6 realisiert.

Bevor über die Jahresrechnung abgestimmt wurde, gab es von einem Stimmbürger noch den Einwand, dass der Ausdruck «diverse Strassensanierungen» sehr vage sei. Hans Rudolf Spörri, Ressortvorsteher Tiefbau und Werke, erklärte, dass 2017 Sanierungen in der Wellenau und 2018 in Altlandenberg vorgesehen sind. Die Jahresrechnung wurde auf Empfehlung der RPK von den Bürgern einstimmig angenommen.

Parzelle geht an Meistbietenden

Beim zweiten Traktandum ging es um den Verkauf der Parzelle BA6787 beim Zentrum Grosswis. Für den Verkauf spreche, dass momentan keine Umnutzung der Parzelle in Planung sei und die Gemeinde mit den Arealen hinter dem Werkhof und «alte Landi» immer noch über Landreserven verfüge, erklärte Paul von Euw, Ressortvorsteher Hochbau und Liegenschaften. Weiter gäbe es mittelfristige keinen Bedarf, die Parzelle für Ausbauten zu Schulräumen oder für die Alterspflege zu nutzen.

Der Verkaufspreis der in der Wohnzone 3 liegenden Fläche liegt bei 600 Franken pro Quadratmeter. Das Grundstück solle an den Meistbietenden verkauft werden, so von Euw. Eine Bedingung sei, dass eine Überbauung an die Wärmenutzung des Hallenbades angeschlossen werde. Dem Verkauf der Parzelle stimmten die Bürger mit sechs Gegenstimmen zu.

Drei neue Räume fürs Gemeindehaus 

Die Sanierung des Gemeindehauses ist ein Thema, das schon seit einigen Jahren für Diskussionen sorgt. Knapp fünf Millionen Franken hat der Gemeinderat als gebundene Ausgaben für die Sanierung bewilligt. An der Gemeindeversammlung konnten die Stimmbürger nur noch über einen Zusatzkredit und ungebundene Ausgaben von 237’000 Franken abstimmen. Letztere sehen eine Dusche für die Mitarbeiter, einen Raum für das Chronikarchiv, einen Post- und Druckerraum, die Versetzung des Brunnens vor das Gemeindehaus und den Überzug der Wände des Treppenhauses mit Stramin vor.

Paul von Euw argumentierte, dass es heutzutage in mittleren bis grösseren Betrieben üblich sei, dass für die Mitarbeiter eine Dusche zur Verfügung steht. Diese soll die Attraktivität des Arbeitsplatzes erhöhen. Beim Chronikarchiv bestehe eine noch grössere Notwendigkeit für einen Umbau. Zukünftig sollen bessere Verhältnisse für die Chronisten herrschen. Ausserdem soll das Chronikarchiv für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ebenfalls im Dachgeschoss soll ein Post- und Druckerraum für grössere Aufträge entstehen und die Mitarbeiter vom Lärm der Maschine befreien. Die Versetzung des Brunnens auf die Vorderseite soll die Attraktivität des Gemeindehauses steigern. Zusätzlich wird dadurch Raum auf der Hinterseite für weitere Parkplätze frei. Die ungebundenen Ausgaben wurden mit drei Gegenstimmen gutgeheissen.

Kostspielige Umgestaltung

Mehr Grund zu Diskussionen gab die Neugestaltung der Umgebung des Gemeindehauses. Dabei sollen vor dem Gemeindehaus zwei Gruppen von Hochstammbäumen gepflanzt werden. Diese sollen vor allem den Hochzeitsgesellschaften Schatten spenden. Weiter soll ein Kiesbelag entstehen, wo jetzt die Rasenflächen sind. Das Gebäude sowie die Baumgruppen sollen mit einer Pflästerung aus Schweizer Guber umfasst werden. Der Zusatzkredit für die Umgestaltung beläuft sich auf 310’000 Franken mit einer Kostengenauigkeit von Plus-Minus 15 Prozent.

Einer der Mitbürger machte den Vorschlag, die Baumgruppen wegzulassen. Als das Gemeindehaus noch eine Primarschule war, benötigten die Kinder auch keine schattenspendenden Bäume, argumentierte er. Dieser Vorschlag wurde mit 53 Stimmen abgelehnt. Werner Berger, Präsident der IG Pro Bauma, äusserte Bedenken bezüglich der Kosten, welche sich schlussendlich auf bis zu sechs Millionen belaufen könnten. Guber sei ein sehr teurer Stein, es gäbe auch günstigere Alternativen. Man müsse lernen zu sparen «und zwar hier und jetzt.» Er empfahl, den Kredit für die Umgebungsgestaltung abzulehnen. Trotz der Einwände wurde der Zusatzkredit mit 16 Gegenstimmen angenommen.

Am Schluss der Gemeindeversammlung wurden Renate Marlen Lange und Christian Thomas Gellert einstimmig in das Bürgerrecht der Gemeinde Bauma aufgenommen.