«Bald, bald isch Wienacht»

In einer vollen Kirche spielten und sangen 28 Kinder und Jugendliche die bekannte Weihnachtsgeschichte aus einer anderen Perspektive.

Kolibri ist ein Angebot der reformierten Kirche für Kinder und Jugendliche. Einmal im Monat werden die Kinder zu einem Kolibri-Morgen eingeladen, um sich mit einer biblischen Geschichte zu befassen. Gemeinsam wird gesungen, gebastelt, gespielt und miteinander zu Mittag gegessen. Letzten Sonntag führten die Kolibri-Kinder in Wila das Weihnachtsspiel «Beni Ben Baitz» von Andrew Bond auf.

Kinder singen und spielen mit

«Bald, bald isch Wienacht – Heilig Abig schtaat vor de Tüür – Es chlopfet – Chlopfet aa bi dir und bi mir», so sangen die verkleideten und geschminkten Kinder zu Anfang des Weihnachtsspiels. Auf der Bühne standen die bekannten Figuren: Hirten, Könige, Soldaten, Engel und ein Eselchen. Die Geschichte wurde aber aus der Sicht des geschäftstüchtigen Wirtes Beni Ben Baitz erzählt:

«Beni Ben Baitz führt ein Wirtshaus vor den Toren Bethlehems. Er ist gerne Wirt, auch wenn es heisst, dass er abends als Letzter ins Bett geht und morgens als Erster aufsteht. Unsere Beiz ist nicht nur die schönste, sondern auch die beste. So gut essen und trinken wie bei uns kann man sonst nirgends, sagt Beni Ben Baitz, und seine Tochter Hannah stimmt zu: Und bei uns gibt es die netteste Bedienung und die schönste Musik. Leider reicht der Verdienst nicht aus, um die grosse Familie zu ernähren. Trotzdem sind Beni und Hannah immer tiptop bereit für ihre Gäste.»

Jedes Kind sang im Chor und spielte auch im Theater mit. Die Reihen des Chores lichteten sich somit immer wieder; die Kinder mussten an ihre Auftritte denken und die Leiterinnen die Kinder richtig einweisen. Jedes Kind hatte seine Rolle im Spiel selber ausgewählt. So gab es auch dieses Jahr wieder mehr Rehe als Schafe, die von den Hirten betreut werden mussten. Dafür hatten sie Unterstützung von Tiffany, dem Hund der Kolibri-Leiterin Cony Post.

«Obwohl sie von Beni Ben Baitz mit seinem Lied eingeladen werden, haben die römischen Soldaten keine Zeit, um zu Essen und zu Trinken. Sie müssen den Leuten verkünden, dass Kaiser Augustus eine Volkszählung befohlen hat. ‹Für so einen Mist habe ich keine Zeit!› meint Beni Ben Baitz dazu. Doch Hannah hat eine Idee: ‹Das heisst doch, dass viele Leute unterwegs sein werden. Und die haben sicher Hunger und Durst.› – ‹Das stimmt›, meinte Beni. ‹Komm Hannah, wir machen alles bereit: Tiptop bereit!›»

Aufwendige Vorbereitungen

Seit Mitte November hat das Kolibri-Team mit den Kindern den Text und die Lieder eingeübt. Ausserdem wurde das Bühnenbild erstellt, die Kostüme zusammengestellt und die Aufführung geplant. Die Zuschauerinnen und Zuschauer genossen die Vorführung sichtlich; sie applaudierten spontan und freuten sich über die witzig vorgetragenen Dialoge.

«Nach den Soldaten kommen Maria und Josef bei Beni Ben Baitz vorbei. Sie sind auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Beni schickt sie weiter in die Herberge, in der seine Schwester arbeitet. Maria und Josef sind die einzigen, die etwas essen und trinken und dafür auch bezahlen. Die Hirten, die danach eintreffen, haben keine Zeit, um sich zu setzen. Sie müssen weiter zum Kind im Stall, von dem die Engel gesungen haben. Auch die drei Könige wollen nicht einkehren und suchen das besondere Kind, zu dem sie der Stern führt. Die Soldaten von Herodes trinken zwar ein Bier, ziehen dann aber weiter ohne zu bezahlen. Auch sie sind auf der Suche nach dem Kind: Herodes will das Kind umbr… unbedingt besuchen! Hannah und Beni weisen den Soldaten eine falsche Richtung und machen sich dann selber auf in den Stall, um Maria und Josef zu warnen. Wobei Beni noch Essen und Trinken bereitmacht, das er den Leuten im Stall verkaufen möchte, ganz nach seiner Devise: Tiptop bereit!»

Ein besonderes Kind

«Weisst Du, weshalb ich sicher bin, dass es sich um ein besonderes Kind handelt?», fragt Hannah ihren Vater in der letzten Szene. Er mutmasst: «Weil die Engel gesungen haben?» – «Nein.» – «Weil drei Könige in den Stall gekommen sind?» «Nein, weil du vergessen hast, Geld zu kassieren für all das, was du im Stall verkauft hast.»

Zum Abschluss luden die Kolibri-Kinder die Anwesenden mit ihrem abgeänderten Lied von Beni Ben Baitz zu Getränken und Sandwiches ein, die von den Konfirmandinnen und Konfirmanden vor der Kirche an ihrer selbst gebauten Schneebar serviert wurden. Pfarrerin Heidi Noll bedankte sich mit einem Geschenk beim Kolibri-Team Anja Hasslinger, Jennifer Post, Cony Post und Marianne Kleber. Und sie fügte an: «Cony Post ist diejenige, die immer alles bereitmacht», worauf die Kinder im Chor riefen: «Tiptop bereit!»