Aus Schülerinnen werden Handwerker

Es werden fleissig Löcher fürs Insektenhotel gebohrt (Foto: sv)

Die Primarschule Wildberg führt eine Projektwoche zum Thema «Natur rund ums Schulhaus» durch. Die Kinder arbeiten in Gruppen an verschiedenen Projekten und lernen dabei wichtige und spannende Fakten über die Tierwelt.

Die Schüler wurden insgesamt in sieben Gruppen eingeteilt. Während die einen Vogelnist- und Fledermauskästen oder Igelhäuser bauen, kümmern sich die anderen um die Dekoration des Schulhauses oder den Blog, welcher täglich auf der Homepage der Schule Wildberg zu lesen ist. Bevor es jedoch an die Arbeit geht, treffen sich die Schüler mit den Lehrpersonen jeweils am Morgen, um über die Projekte zu sprechen und Lieder für den Ausstellungstag am Freitag einzuüben. Die Projektwoche findet vom 15. bis 19. Mai statt und wird von den Lehrpersonen der Schule Wildberg, aber auch von den Eltern der Schüler unterstützt. Für die Primarschüler ist die handwerkliche Arbeit eine Herausforderung, aber mit viel Freude verbunden, was man ihnen auch ansieht.

Suche nach Rohstoffen im Wald

Während mich die Schulleiterin Yvonne Hänseler durchs Schulhaus führt, treffen wir alle paar Meter Schüler, die fleissig arbeiten. Auf dem Gang haben sich einige Schüler auf den Boden gekniet, um eine riesige Fahne zu bemalen. Diese wird am Ausstellungstag aufgehängt. Nicht nur diese Gruppe beschäftigt sich mit der Dekoration des Schulhauses. Ein paar Klassenzimmer weiter basteln die Schüler eigene Kunstwerke, die dann rund ums Schulhaus aufgehängt werden. In der Holzwerkstatt wird fleissig gebohrt; es soll ein Insektenhotel entstehen. Dafür wird zuvor Holz im Wald gesucht, welches dann in kleinere Stücke gesägt wird. Anschliessend werden kleine Löcher in die Stücke gebohrt, in denen Insekten einen Unterschlupf finden.

Etwas ruhiger geht es bei den Herstellern der Vogelnistkästen zu. Die Gruppe ist um die Lehrerin versammelt, es ist ganz still. Leise hört man Vogelgezwitscher aus dem Radio. Die Kinder werden zunächst mit den verschiedenen Vogelarten vertraut gemacht, bevor sie sich an die Arbeit machen. «Die Schüler sollen nicht nur Basteln, sondern auch Neues über die Tiere lernen», meint Hänseler. Aus diesem Grund nimmt auch jede Gruppe einmal während der Projektwoche an den «Animationen» teil. Diese werden in Zusammenarbeit mit der Naturschutz-Organisation Pro Natura durchgeführt. Bei diesen Animationen werden die Kinder raus in die Natur geführt, wo ihnen die Tierwelt von einer Expertin genauer erklärt wird. Das grösste Unternehmen der Projektwoche ist der Weiher. Dieser war zuvor verlandet und fast vollständig ausgetrocknet. Der eingewachsene Baum wurde abgerissen und das Loch neu ausgegraben. Mit der Hilfe eines Gärtners entsteht nun ein neuer Teich. Ein Teil der Gruppe macht jeweils eine Dokumentation über die Fortschritte der Arbeiten. Die Finanzierung für den Umbau des Teiches, sowie für die ganze Projektwoche, wurde durch einen Sponsorenlauf möglich gemacht. Rund 715 Kilometer sind die Schüler insgesamt gelaufen und haben so gegen 14‘000 Franken gesammelt.

Am Freitag findet schliesslich die Ausstellung statt, zu der alle Eltern der Schüler eingeladen sind. Zunächst singen die Schüler ihren Eltern die eingeübten Lieder vor. Die Eltern können anschliessend frei herumlaufen und die handwerklichen Arbeiten ihrer Kinder bestaunen.