Aufbruch zu neuen Ufern

Andreas Meyer hat 2006 den Slogan der Gemeinde Zell mitkreiert: natürlich – sympathisch – aktiv (Foto: abs)

Heute endet das Anstellungsverhältnis von Andreas Meyer bei der Gemeinde Zell. Er geht nach 15 Jahren als Gemeindeschreiber in Pension.

Im letzten Dezember feierte Andreas Meyer seinen 65. Geburtstag. Er erklärte sich bereit, über dieses Datum hinaus für die Gemeindeverwaltung Zell tätig zu sein, um seinen Nachfolger Erkan Metschli-Roth in den neuen Aufgabenbereich einzuarbeiten. Nun ist die Zeit des Abschieds gekommen.

Er verlasse eine aktive, innovative Gemeinde, die er in den vergangenen Jahren mitgeprägt habe, sagt Meyer. «Ich war ein Befürworter der Einheitsgemeinde und sah gute Voraussetzungen für Zell.» Die Gemeinde entschied sich im Dezember 2001 mit grossem Mehr für die Bildung einer Einheitsgemeinde. Eine der ersten Aufgaben von Andreas Meyer war deshalb die organisatorische Umsetzung von Zell zur Einheitsgemeinde.

Während seiner Amtszeit entwickelte sich die Gemeindeverwaltung stetig. Dies nicht allein wegen der Einheitsgemeinde, die natürlich einen wesentlichen Anteil daran hatte. Aber auch die Anforderungen an das Personal sowie die Einwohnerzahl der Gemeinde stiegen laufend. Lebten Ende 2001 4652 Personen in der Gemeinde Zell, sind es 15 Jahre später rund 1100 Personen mehr. Aufgrund der weiterhin regen Bautätigkeit dürfte demnächst die 6000er-Marke erreicht werden. «Mehr Einwohner bedeutet auch mehr Arbeit für die Verwaltung», hält Meyer fest. Weil Bund und Kantone zunehmend Aufgaben nach unten delegieren, braucht es bei den Verwaltungen entsprechend spezialisiertes Personal. «Wir sind heute eine professionell geführte Verwaltung, die sich als Dienstleistungsbetrieb versteht.»

Zertifizierter Lehrbetrieb

Wichtig war dem scheidenden Gemeindeschreiber die fachliche Weiterbildung des Personals. «Ich bin ein bisschen stolz, dass unsere Lehrlingsausbildung als eine der ersten Gemeinden im Kanton zertifiziert wurde,» bemerkt Meyer. Die Anzahl Lehrplätze wurde von zwei auf vier erhöht. Momentan absolvieren drei junge Menschen ihre Ausbildung in Rikon.

Ein besonderes Anliegen war ihm auch die Erlangung des Energiestadtlabels. Dazu Meyer: «Die Gemeinde Zell hat hier eine gewisse Vorreiterrolle und sollte diesbezüglich Vorbild für ihre Einwohner sein. Unsere Zukunft hängt davon ab, was wir heute für die Nachhaltigkeit tun.» Die Aufgabe als Gemeindeschreiber sei für Andreas Meyer nicht einfach ein Job gewesen. Er habe viel Herzblut investiert, lobte ihn Gemeindepräsident Martin Lüdin anlässlich der offiziellen Amtsübergabe Ende Januar.

Andreas Meyer war unter drei Gemeindepräsidenten tätig: Georg Schellenberg, Ernst Huggler und Martin Lüdin. Es dürften rund 50 Gemeindeversammlungen und etwa 400 Gemeinderatssitzungen gewesen sein, bei denen er Protokoll führte. Er habe keine einzige verpasst. Hinzu kommen unzählige interne Sitzungen innerhalb und ausserhalb der Verwaltung. Markante Ereignisse waren 2009 die Festivitäten zum 75-jährigen Bestehen der Gemeinde Zell in der heutigen Form mit diversen Veranstaltungen, 2011 die Feier zum 100-jährigen Geburtstag von Paul Burkhard sowie die Umsetzung der Leitbilder 2006 und 2011, mit Anpassungen im Jahr 2015.

Mehr Zeit für Familie und Musik

Befragt nach seinen Perspektiven nach der Pensionierung hält Meyer fest: «Ich hänge meinen gerne ausgeübten Beruf definitiv an den berühmten Nagel.» Er ist Vater von vier erwachsenen Söhnen und mittlerweile sechsfacher Grossvater. Er freut sich darauf, mehr Zeit mit seiner Familie und seinen Enkeln zu verbringen. Und er rechnet damit, dass er die nächsten Jahre damit ausgelastet ist, verschiedene Dinge nachzuholen, die er bis jetzt aus zeitlichen Gründen zurückstellen musste. «Ich werde hoffentlich mehr Zeit haben für Sachen, die nicht mehr fremdgesteuert sind.»

Seit über 40 Jahren spielt der Weisslinger Soprano Cornet in der Brassband Posaunenchor Flaach sowie als Zuzüger in verschiedenen weiteren Bands. Die Musik war neben seinem beruflichen Engagement immer ein wichtiger Bestandteil in seinem Leben. «Musik baut Brücken und öffnet Herzen», dies war und ist auch in Zukunft sein Slogan. Diesbezüglich möchte sich Andreas Meyer noch einen Traum erfüllen: Die Einspielung einer dritten Solo-/Duett-CD mit seinem langjährigen Musikfreund Erich Schmidli (Euphonium). Befürchtungen, Andreas Meyer könnte nach dem letzten Arbeitstag in ein Loch fallen, sind hier wohl unbegründet.