Arosa-Romantik in Kollbrunn

Endlich: Arosa im eigenen Garten. Ursula Würgler (links) organisierte für ihren Schatz Roger Götsch die Teilnahme bei «Happy Day» (Foto: ek)

Sie kennen sich seit ihrer Jugend, doch es brauchte 30 Jahre, bis sie sich gefunden haben. Ursula Würgler und Roger Götsch leben nun seit einem Jahr zusammen in Kollbrunn und beflügeln da auch bereits die «Ur-Kollbrunner».

Der eingefleischt Arosa-Fan Roger Götsch setzte sich in den Kopf, dass er im schönen Garten ihres neuen Heims eine gemütliche Fondue-Stube bauen wolle. Zum Beispiel ein Chalet. Dass der Bau eines Chalets zu viel Aufwand bedeute, hat ihn seine Liebste, Ursula Würgler, aber rasch überzeugt. Doch Götsch gab nicht auf und schmiedete weitere Ideen. Als die beiden im Oktober 2017 während ihren Arosa-Ferien auf dem Dach der Eishalle eine kleine Gondel mit dem charakteristischen Orts-Schriftzug sahen, war klar, so eine musste es sein.

Sie war damals 15 Jahre alt, er 19, als sie sich in der Disco ineinander verguckten. Trotz Warnung ihrer Schwester, «Pass uuf, der hat doch jede Woche eine Andere!», liess sich Ursula die Romanze nicht nehmen und die beiden waren die drei folgenden Jahre ein heimliches Liebespaar. Bis Roger sich gegen das Heimlichtun entschied, und zu Ursulas Entsetzen eine andere heiratete.

Erste Liebe auf den zweiten Blick

Im Herbst 2012, 30 Jahre später, liefen sich Götsch und Würgler zufällig wieder über den Weg. Mittlerweile waren sie beide verheiratet, beide hatten zwei Töchter, beide waren sie in der Trennung. Und bei beiden funkte es gewaltig. Nach vier Jahren wilder Ehe zogen sie dann in Kollbrunn endlich zusammen.

Beim Betreten ihrer Wohnung fallen sofort die vielen Steinböcke und Arosa-Bilder auf. Götsch liebt Arosa über alles und trägt den charakteristischen Steinbock und Kantonswappen sogar als Tattoo. Die Suche nach der stimmigen Arosa-Gondel aber, das zeigte sich rasch, war wie die Suche nach dem Schatz am Ende des Regenbogens. Gondeln fand man zwar, doch einfach keine aus Arosa. Dann, im November, schrieb Würgler an Röbi Kollers Show «Happy Day» im Schweizer Fernsehen (SRF), dass sie ihren Roger mit der Arosa-Gondel überraschen möchte. Sie wurde ausgewählt.

Der Termin für die Show war am 24. Februar 2018. Die Monate bis dahin waren ein Abenteuer. Götsch durfte nichts ahnen, ansonsten wäre der Deal mit Röbi Koller geplatzt. Einzige Vertraute in der geheimen Mission war wieder die Schwester. «Ich habe ihn fürchterlich angelogen», erzählt Würgler lachend. Zum Beispiel um zu testen ob er auch wirklich Fernsehtauglich ist. Unter dem Vorwand, die Tochter einer Kollegin würde ihre Bachelor-Arbeit über Fankultur machen, kam eine SRF-Redaktorin vorbei, und interviewte den grossen HC-Davos-Fan. Das dafür eine laufende Kamera installiert wurde, wunderte Götsch wenig. Tatsächlich wechselte das Thema immer mehr zu Arosa. Als er aus eigenen Stücken von seinem Gondeli-Wunsch erzählte, war er für «Happy Day» gebucht.

«Brüele darfst du jetzt nicht»

Würgler sass auf Nadeln. Götsch glaubte, Tickets für die Show gewonnen zu haben und der Sendtermin rückte immer näher. «Ich stand enorm unter Druck. Ich wusste ja nicht, wie er in der Sendung reagieren wird.» Damit er keinen Verdacht schöpfte, spielte sie ihm vor, dass sie auf keinen Fall mitkommen werde, da ER ihr bei Röbi Koller doch sicher einen Heiratsantrag machen werde. Gleichzeitig begann sie zu befürchten, dass sich Götsch tatsächlich entscheiden könnte, an ihrer Stelle jemand anderen mitzunehmen.

Auf der SRF-Website kann man die «Happy Day»-Folge mit Götsch und Würgler schauen. Man sieht sofort, Würglers Sorgen waren überflüssig. «Brüele darfst du jetzt nicht», habe er sich auf Röbi Kollers Bühne fest gesagt. Aber die Rührung über diese schöne Überraschung spiegelt sich auch zwei Monate später noch in Götschs Augen.

Ein schönes Erlebnis, dass sich aus der Sendung ergeben hat, war, als ein alter Freund, mit dem Götsch Jahre keinen Kontakt mehr hatte, ihn im Fernsehen sah. Er, ein Gärtner, meldete sich und legte für Götsch noch in derselben Woche den Platz für die Gondel, die ja bereits ein paar Tage später geliefert wurde.

Ein Happening für die Nachbarschaft

Auch das war ein riesen Happening. Besonders für die älteren Stammgäste des «Wiesenthal» gleich um die Ecke. Diese «Ur-Kollbrunner» waren alle mit Begeisterung anwesend, als der grosse Kran mit der Gondel einfuhr und überzeugt, dass sich dieses «Happy End» hervorragend für einen Bericht in ihrer Lokal-Zeitung eignen würde. Noch am selben Tag wurde im Gondeli angestossen.

Für Götsch ging somit nicht nur Herzenswunsch in Erfüllung – er teilt sein Glück auch von Herzen mit seinen Lieben. Er freut sich auf die Sommerabende mit Apéros in seinem Arosa-Souvenir, und auf die nächste Fondue-Saison.