Andreas Sudler kandidiert für das Präsidium

Andreas Sudler (parteilos) kandidiert für das Baumer Gemeindepräsidium (Foto: zVg)

Nun ist die Katze aus dem Sack. Gemeinderat Andreas Sudler kandidiert für das Amt des Baumer Gemeindepräsidenten. Konkurrenten sind bis jetzt keine in Sicht. Somit zeichnet sich eine Stille Wahl ab. Bei der Ersatzwahl um den Gemeinderatssitz kommt es aber zur Kampfwahl.

Andreas Sudler kandidiert für das Baumer Gemeindepräsidium. Auf Anfrage erklärt er, dass ihn das Amt interessiere und er auch schon länger an einer Kandidatur für das höchste politische Amt auf Gemeindeebene herumstudiert habe. Der ursprüngliche Plan des seit Frühling 2014 im Gemeinderat politisierenden Sudlers war, dass er Ende 2018 für das freiwerdende Präsidium ins Rennen steigen würde. Dann wäre die offizielle Legislatur zu Ende gegangen. Dies aber auch nur, wenn die derzeitige Gemeindepräsidentin Marianne Heimgartner (EVP) dann auch wirkliche zurückgetreten wäre. Doch es kam anders. Heimgartner tritt nun früher ab und Sudler stellt sich «früher als erwartet» zur Verfügung. Bis jetzt zeichnet sich eine Stille Wahl ab. Weitere Aspiranten sind keine in Sicht.

Kein Freund von Stillen Wahlen

René Schweizer, Ortsparteipräsident der SVP und Kandidat für den «normalen» Gemeinderatssitz, sagt, dass die SVP keinen Kandidaten ins Rennen schickt, wenn ein Amtierender kandidiert. Mit Andreas Sudler sei dieser jemand gefunden. Bei der EVP sieht die Situation ähnlich aus. Die einzig verbliebene EVP-lerin im Gemeinderat ist Heidi Weiss und diese wolle nicht, erklärt Walter Schoch, Präsident der EVP-Ortspartei. Für das Präsidium bräuche es zudem jemand, der unter anderem schon ein wenig Behördenerfahrung in Bauma habe.

Sudler erklärt, dass vom jetzigen Gemeinderat niemand wolle. Der 46-Jährige, der seit Geburt in Bauma lebt, selbstständig ist und die Firma Tiefenbach Mechanik in Bauma leitet, bezeichnet sich selbst als keinen Freund von Stillen Wahlen. Er wäre nicht böse, wenn noch jemand kandidieren würde. «Wahl heisst ja, dass der Bürger eine Wahl haben sollte.»

Die Eingabefrist für die Kandidaturen endete gestern. In einem weiteren Schritt werden die eingegangen Unterschriften und Unterlagen geprüft – jeder Wahlvorschlag muss von 15 Baumern unterzeichnet sein. Danach wird das Kandidatenfeld in der «Baumerziitig» vom 6. Oktober publiziert. In den folgenden sieben Tagen können dann Kandidaturen wieder zurückgezogen aber auch vermehrt werden. Käme es doch noch zur Kampfwahl, sieht Sudler seine Chancen intakt, obwohl er als Parteiloser nicht über eine Hausmacht verfügt. Für das Amt könne dies aber ein grosser Vorteil sein: «Ich kann Entscheidungen viel freier treffen», sagt Sudler. Als Selbstständiger sei er zudem flexibel, um die geforderten Präsidialtermine wahrzunehmen.

Kampfwahl um «normalen» Sitz

Dass es um den freien Gemeinderatssitz am 27. November definitiv zur Kampfwahl kommen wird, ist bereits jetzt klar. Neben René Schweizer (SVP) kandidiert auch Barbara Koch (EVP). Dies teilte die EVP in einem Schreiben am Donnerstagabend mit. Die 61-jährige Koch ist pensioniert, verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Sie zog mit ihrem Ehemann zwar erst 2015 nach Bauma, ist aber keine Unbekannte. Sie arbeitete mehrere Jahre in Führungspositionen, unter anderem im Spital Bauma. Als Pflegedienst- und spätere Zentrumsleiterin überführte sie das von der Schliessung betroffene Spital ins Pflegezentrum Bauma. Trotz kurzer Wohndauer in Bauma glaubt Walter Schoch an die Wahlchancen seiner Parteikollegin. «Als ehemaliges Mitglied der Sozialbehörde Russikon verfügt sie über Behördenerfahrung und aufgrund ihrer Tätigkeit kennt sie unser Dorf.» Koch singt zum Beispiel im Gemischten Chor Lipperschwendi. Gemäss Mitteilung der EVP will sich Barbara Koch im Gemeinderat für eine familienfreundliche und prosperierende Gemeinde einsetzen.

René Schweizer findet gut, dass der Stimmbürger eine Auswahl hat. Er glaubt an seine Wahlchancen und würde sich mit «voller Energie» dem Amt stellen. Walter Schochs Antwort auf die Frage, ob er Schweizers Kandidatur begrüsst, fällt zurückhaltender aus. «Begrüssen, das ist vielleicht das falsche Wort.» Ziel der EVP sei es, den zweiten Sitz zu halten. Dies entspräche in etwa ihrem Wähleranteil in Bauma.

Rolf Hug
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