Alter schützt vor Begeisterung nicht

Peter Glanzmann, Toni Vescoli und Freddy Mangili (von links) in Action (Fotos: wir)

Les Sauterelles – vieles wurde schon geschrieben und gesagt über die Urgesteine der Schweizer Musikgeschichte. Aber wer sich ein echtes Urteil bilden will, sollte die Band live spielen sehen. Gelegenheit dazu bot der vergangene Samstag.

Schon seit einiger Zeit prangte über dem Veranstaltungskalender für das Konzert der Sauterelles im Saal des Restaurants Blume in Fischenthal der Vermerk «Ausverkauft»! Untrügliches Zeichen dafür, dass dem Musikliebhaber ein besonderer Leckerbissen bevorsteht. Tatsächlich, zu hören gab es neben eigenen Songs der Sauterelles aus verschiedenen Jahrzehnten auch Coverversionen grosser Erfolge der Popmusik. Das Konzert fand im Rahmen der «Fifty-Five Tour» statt, mit welcher die Band ihr 55-jähriges Bestehen feiert.

Das gewisse Etwas

«Viele Jüngere sind erstaunt, dass man diese Musik überhaupt live so spielen kann»! Eine Aussage von Bandleader Toni Vescoli im Vorfeld des aktuellen Auftrittes, trifft den Nagel auf den Kopf. Egal welche Musikrichtung, in früheren Zeiten galten die Liveauftritte einer Band durchaus als Gradmesser für deren Qualität. Wenn dazu, wie am vergangenen Samstag beim Auftritt der Sauterelles, den Musikern die Spielfreude anzumerken ist, steht einem erfolgreichen Abend nichts mehr im Wege. Da fallen auch kleinere technische Probleme zu Beginn des Konzertes nicht ins Gewicht, mit ihrer Bühnenerfahrung und ein paar lockeren Sprüchen waren auch diese schnell überspielt. Beinahe pünktlich legten die vier los, schliesslich ist es auf dieser Tour ein erklärtes Ziel zu zeigen, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehören. Besonders gut beim Publikum angekommen ist die Demonstration ihrer Vielseitigkeit. Sowohl Freddy Mangili, Peter Glanzmann und auch Drummer Düde Dürst bewiesen in jeweils einer Nummer, dass auch gesanglich auf sie gezählt werden kann. Stimmungsmässige Höhepunkte gab es einige, so zu erwähnen zum Beispiel ein Medley bekannter Beatles-Songs oder Freddy Mangilis Interpretation eines alten Renegade-Hits.

Die Atmosphäre – irgendwie familiär

Fausto Baggenstos, Wirt im Restaurant Blume und Organisator des Konzertes, hat sich schon länger einen Auftritt der Sauterelles in seinem Saal gewünscht. Ihn und Toni Vescoli verbindet eine längere Freundschaft, welcher auch das Zustandekommen dieses «Gigs» zu verdanken ist. Für den Rahmen des Anlasses hatte Baggenstos klare Vorstellungen: «Bei uns können die Gäste vor dem Konzert etwas essen, daher ist die Besucherzahl auf 350 Personen beschränkt». Lange gedeckte Tischreihen, versehen mit vielen leuchtenden Kerzen, verliehen dem Raum beinahe etwas Feierliches. Ein Umstand, der den Musikern einen besonderen Effort abverlangte, um den Funken zum Überspringen zu bringen, was jedoch erstaunlich schnell gelungen ist. Die vier Künstler zeigten sich auch sehr publikumsnah, in der Pause signierten sie einhellig CD’s, Schallplatten und alles, was ihnen vorgelegt wurde. Sehr gut der zusammenfassende Kommentar eines Besuchers im Anschluss an das Konzert: «Die ‹Jungs› haben’s noch drauf»!