Alles im Eilzugstempo genehmigt

Geplant ist, dass Ende 2018 der Grundsatzentscheid zur Fusion der Kirche Schlatt mit Elgg und Elsau gefällt werden soll (Foto: Archiv tth)

An der Schlatter Gemeindeversammlung von vergangenem Donnerstag waren die Voranschläge der Politischen Gemeinde, der Primarschulgemeinde und der Reformierten Kirchgemeinde nicht umstritten. Und auch alle übrigen Geschäfte wurden diskussionslos genehmigt.

Der Einladung zur Gemeindeversammlung, über die man sich im Weisungsbüchlein und auch im «Tößthaler» informieren konnte, folgten etwa 30 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Darunter waren vor allem Behördenmitglieder der drei Güter vertreten. Dass der Andrang nicht allzu gross war, lag wohl daran, dass die Geschäfte keinen Zündstoff versprachen, obwohl die Aussicht auf einen Apéro am Ende der Versammlung mehr Leute in den Gemeindesaal locken müsste.

Thomas Keller, der als Vizepräsident den kranken Schulpflegepräsidenten Domenic Hartmann vertreten durfte, eröffnete die Versammlung und führte sehr speditiv durch die einzelnen Geschäfte. Nachdem die Stimmenzähler gewählt waren – ein einfacher Job, wie sich herausstellte, da sie nie auszählen mussten –, wurden nacheinander das Budget 2018, die Gebührenverordnung sowie die durch den Beitritt der Primarschulgemeinde Dägerlen notwendige Statutenänderung des Zweckverbandes des Schulpsychologischen Dienstes Winterthur-Land einstimmig genehmigt. In den anschliessenden Mitteilungen wies Thomas Keller darauf hin, dass die Primarschule Schlatt der alle fünf Jahre stattfindenden Schulevaluation unterworfen wurde. Eine Kurzversion der Resultate kann auf der Webseite, der ausführliche Bericht bei der Schulpflege eingesehen werden. Zum Schluss bedankte er sich bei den Stimmbürgern für das grosse Vertrauen, das diese bei der Abstimmung zur Schulfusion Elsau-Schlatt der Behörde ausgesprochen hatten.

Revision der Bau-  und Zonenordnung

Nach einer Viertelstunde übernahm der Gemeindepräsident Urs Schäfer das Zepter und brachte die Geschäfte der Politischen Gemeinde zur Abstimmung. Der Voranschlag und Steuerfuss 2018, die Gebührenverordnung sowie die Statutenrevision des Zweckverbandes Regionalplanung Winterthur und Umgebung (RWU) wurden ohne Fragen einstimmig genehmigt.

Nachfolgend teilte Urs Schäfer mit, dass der Gemeinderat daran ist, die Bau- und Zonenordnung zu revidieren. Aufgrund von Einwendungen des Kantons und nötigen Abklärungen, die zusammen mit dem Gemeindeingenieur TBB ausgeführt werden, kommt es zu einer Verzögerung. Im Detail möchte der Gemeinderat im 2018 an einer Orientierungsversammlung darüber informieren.

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Auch die Gemeindewahlen von nächstem Jahr wurden kurz thematisiert. Der erste Wahlgang findet am 15. April statt. Alle amtierenden Gemeinderäte stellen sich wieder zur Verfügung. Das entsprechende Wahlverfahren wurde publiziert. Am Schluss bedankte sich Urs Schäfer für die Beteiligung an der Versammlung und bei der Primarschulpflege für den Apéro. Dabei machte er schon «gluschtig» auf die legendären Cremeschnitten, die ein privater Spender offeriert hat.

Ohne Gegenstimmen

Nach einer knappen halben Stunde trat die Präsidentin der Reformierten Kirchenpflege an das Rednerpult. Sie hatte ein leichtes Spiel, da nur ein Geschäft auf der Traktandenliste stand und das Publikum bis jetzt noch nicht stark gefordert wurde. Mit Elan und Humor präsentierte sie den Voranschlag 2018, wobei sie auf ein paar spezielle Budgetposten hinwies. So veranstaltet die Reformierte Kirche verdankenswerter Weise immer wieder beliebte Kulturanlässe wie Gottesdienste mit Musik oder Konzerte, die natürlich auch finanziell zu Buche schlagen. Auch ist ein Konfirmandenlager in der Toscana budgetiert, das zwei Jahrgänge zusammenfasst. Ohne Gegenstimme wurden der Voranschlag und der Steuerfuss von den 22 Stimmberechtigten genehmigt.

Bei den anschliessenden Mitteilungen machte Verena Wüthrich auf den «work in progress» aufmerksam und meint damit die Aktivitäten rund um Weihnachten wie Singgottesdienst mit Ad hoc Chor, Friedenslicht oder Kinderweihnacht. Eine Übersicht über alle Anlässe findet man auf der Webseite der Reformierten Kirche.

Grundsatzentscheid Ende 2018 geplant

Voller Stolz präsentierte die Kirchenpräsidentin die Informationsbroschüre «reformiert.eulachtal», ein gemeinsames Produkt der Fusionskirchen Elgg, Schlatt und Elsau, das auf die wertvolle Mitarbeit von Kurt Gautschi im Redaktionsteam und von Irene Bruderer beim Layout zählen konnte. Zur Kirchenfusion wird am 22. Januar 2018 eine Informationsveranstaltung stattfinden, wo über den Stand der Dinge betreffend Struktur und Inhalte informiert wird. Die Grundsatzabstimmung ist auf Dezember 2018 geplant. Am 15. April finden (wie bei der Politischen Gemeinde) die Erneuerungswahlen für die Kirchenpflege statt, wobei zwei Mitglieder ersetzt werden müssen, wie schon publiziert wurde.

Nachdem sich auch Verena Wüthrich für den Apéro und die Creme-schnitten bedankt hatte, wünschte sie den Anwesenden frohe Festtage und ein gutes neues Jahr und schloss die Versammlung mit den philosophischen Wünschen: «Viele Gelegenheiten zur Dankbarkeit (macht glücklich, was durch Forschung erwiesen ist) und für Humor». Dann ging man zum gemütlichen Teil über und kostete die feinen Sandwiches, zubereitet von Schulpflegmitgliedern, und die versprochenen Cremeschnitten, die der private Spender selber hergestellt hat. Bei einem Glas Wein oder einem Bier entstanden angeregte Gespräche und es bot sich eine gute Gelegenheit, wieder einmal «alte Gesichter» zu sehen oder Neu-Schlatter kennen zu lernen.