Alle Jahre wieder – Baumer Bäumchen leuchten

Eines von 51 Bäumchen der Baumer Weihnachtsbeleuchtung (Foto: ek)

Von Advent bis zum Dreikönigsfest strahlen die Baumer Strassen in weihnächtlicher Manier. Der Gewerbeverein hat vor Jahren die liebevolle Beleuchtung in Form des Bauma-Bäumchen organisiert. Auch ehemalige Mitglieder kümmern sich noch heute stolz um dieses Geschenk.

Als das heutige Ehrenmitglied Alex Mischler vor über zwanzig Jahren das Amt als Gewerbepräsident von seiner Vorgängerin Trudi Altenburger übernahm, musste er «gar nicht mehr viel» machen. «Trudi Altenburger hat’s ‹angeteiget›, ich musste es nur noch ausführen» sagt Mischler bescheiden. Es geht um die Weihnachtbeleuchtung für Bauma. Von Altenburger hatte er damals ein Muster der Beleuchtung vorliegen – ein etwa ein Meter grosses Bäumchen mit 22 Lämpchen, das über die Weihnachtszeit an die Strassen-Kandelaber im Dorf montiert werden soll.

Die Leuchten sind stilisierte, zweidimensionale Bäumchen, produziert aus einem stabilen Metallgerüst, geschmückt mit grünem Kunststoff-Tannenchries. Das «nur noch ausführen», wie Mischler meint, war dennoch ein grosser Aufwand. Um die Bäumchen zu finanzieren wurden Sponsoren gesucht. So konnten die Gewerbler, die Gemeinde und Private für 800 Franken quasi ein Bäumchen kaufen.

Kaum noch Wartungskosten

Die Weihnachtsbeleuchtung wurde alsbald etappenweise installiert. Zuerst in Bauma, ein paar Jahre später auch in Saland. An den Kandelabern wurden damals eigens für diese Beleuchtung von Elektro Mischler und EKZ Eltop mit Hilfe einer Hebebühne permanente Halterungen angebracht. In diese Vorarbeit wurde investiert, so dass die Bäumchen danach einfach über eine Leiter aufgehängt und per Steckdose an den Strom angeschlossen werden konnten.

Heute sind es 51 Bäumchen, jedes hat 22 Lämpchen. Früher, als die Beleuchtung noch mit Glühbirnen bestückt war, mussten jährlich 200 bis 300 Leuchtmittel ersetzt werden. Diese bis zu 1000 Franken Unterhaltsgebühren gingen auf Kosten des Gewerbevereins. Den Auf- und Abbau bezahlte aber die Gemeinde. Diese bezahlte auch einen Beitrag an die neuen LED-Leuchtmittel vor fünf Jahren. Seither gibt es kaum mehr Wartungskosten. Die LEDs sind mit bis zu zehnmal längerer Lebenserwartung sehr viel widerstandsfähiger als die ehemaligen Glühbirnen.

Das ganze Unterfangen mit dieser Weihnachtsbeleuchtung lebt von der Zusammenarbeit der stolzen (ehemaligen) Gewerbemitglieder und der Gemeinde. Als heutiges Ehrenmitglied (Elektro Mischler wird seit 2015 von seinem Sohn Adrian geführt) ist Mischler Senior zuständig für die termingerechte Anbringung der Beleuchtung und besorgt auch den Unterhalt. Er ist sehr daran interessiert, dass alles gut funktioniert – immerhin hat die Beleuchtung einst viel Geld gekostet – und setzt alles daran, die Bäumchen am Leben zu erhalten. Sie gefallen ihm selber sehr. Er schwärmt: «Dieser Kunststoff-Tannenchries ist unverwüstlich».

Der Aufbau findet traditionell am Freitag vor dem ersten Advent statt. Alex Mischlers Frau Marlies bereitet die Bäumchen zusammen mit Ruth Honegger (ehemals EKZ Eltop) und Anita Wagner (ehemals Wagner Getränke) vor. Zusammen schrauben die Frauen ehrenamtlich die 1122 Leuchtmittel in die Bäumchen, bevor sie dann von Mischler Junior und EKZ Eltop aufgehängt werden. Die gesamte Beleuchtung anzubringen dauert dank der geschickten Hängevorrichtung nur etwa einen halben Tag.

«Wir schätzen sehr, dass es noch Menschen gibt, die das tragen und unterstützen.» sagt Alex Mischler. An der GV werde es den Freiwilligen unbedingt immer wieder gedankt. Und auch die Bevölkerung trägt ihren Teil zum Unterhalt bei. Das Erscheinungsbild macht den Leuten Freude und so wird dem Verein immer sofort berichtet, wenn einem Bäumchen ein Lichtlein fehlt. Am Abend packt Vater Mischler dann die Leiter und wechselt die Niete aus.

Am Tag nach dem Dreikönigstag wird die ganze Beleuchtung wieder demontiert. Bevor die Bäumchen wieder für das Jahr im Estrich der alten Landi eingelagert werden, gibt es noch etwas Arbeit: Gemeinsam werden alle Leuchtmittel wieder herausgeschraubt, mit ihnen auch die Birnensockel. Denn die Teile waren Schnee und Regen ausgesetzt. Damit sie nicht rosten, werden sie vor dem Einlagern mindestens für zwei Wochen zum Trocknen hingelegt. Nur so bleiben die wertvollen Lampen auch so lang wie nur möglich schön und frisch. «Die Bäumchen waren eine gute Wahl – sie passen perfekt zum Baumer Ortswappen und sind sehr robust» schwärmt Alex Mischler, «auch heute sehen sie dank der guten Pflege noch genauso aus wie vor zwanzig Jahren.»