«Achtung – Baum!»

Übung mit dem Seilzug – mit Spannung wird einander über die Schulter geschaut (Fotos: ek)

Förster Jürg Küenzi setzt sich dafür ein, dass in der Region sicher und sorgfältig geholzt wird. Als von WaldSchweiz  ausgebildeter Instruktor bietet er für Waldbesitzer und alle anderen Interessierten Fachkurse an.

Diese Woche fand ein fünftägiger Holzerkurs statt, in dem Förster Jürg Küenzi aus Bauma den Teilnehmern die Grundlagen der Holzerei beibrachte. Sogar den Baumer Gemeindepräsident Andreas Sudler traf man unter den Novizen. Nebst dem gelernten Maschinenmechaniker nahmen weiter ein Landwirt, ein Gärtner, ein Zimmermann und ein Betriebspraktiker teil. Küenzi bestätigt: «Dieser Kurs ist für alle Interessierten geeignet. Ob Mann oder Frau, Waldbesitzer oder nicht – ab 18 Jahren darf man sich anmelden. Klar; fit und mobil sollte man noch sein.»

Seit 2002 ist Küenzi vom Verband der Waldeigentümer WaldSchweiz ausgebildeter Instruktor und darf diese Schulungen anbieten. Weitere Kurse sind geplant: Nächstes Jahr möchte Küenzi einen Holzerkurs A für angehende Forstwarte organisieren und bei genügend Nachfrage auch einen weiteren Grundlagenkurs. Der Holzerkurs 2, welcher nächste Woche in Turbenthal stattfindet, ist allerdings schon ausgebucht. Hierfür kommen Teilnehmer aus dem ganzen Kanton Zürich, einzelne sogar aus dem Bündnerland.

Planen und gezielt arbeiten

Denn die Holzerei will gelernt sein. Die Arbeit ist gefährlich und das Holz soll nach dem Schlag auch möglichst gut verwertet werden können. So müssen die Teilnehmer dieses Grund-
lagenkurses am Schluss in der Lage sein, einen einfachen Baum geplant zu fällen, zu begutachten und aufzurüsten. Motorsäge, Seilzug und andere Werkzeuge können sie dazu gezielt einsetzen. Und sie müssen alle Sicherheitsmassnahmen kennen und natürlich stets einhalten. Dies entspricht auch dem Kursmodul E28 von WaldSchweiz, bei welchem zusätzlich eine Abschlussprüfung abgelegt wird. Von WaldSchweiz steht Küenzi und seinen Schülern auch das «MOBI» zur Verfügung – eine mobile Ausbildungseinheit mit Schulungsraum, Lernmaterial, Filmprojektion und einem Anhänger gefüllt mit dem nötigen Werkzeug. Die fünf Männer haben sich in dem Waldstück ob Taa verteilt und konzentrieren sich auf ihre Arbeit. Küenzi meint, er habe selten eine Gruppe gehabt, die so schnell so gut Bäume umliess. Die Männer haben offenbar Vorkenntnisse. Unter Küenzis Aufsicht verfeinern sie ihre Säge-Technik, lernen den richtigen Schnitt um dem Baum die zuvor genau geplante Fallrichtung zu geben. Und sie üben sich darin, aufeinander Acht zu geben.

Etwas Strenge zahlt sich längerfristig aus

Küenzi nimmt es ernst mit der Sicherheit: Er weiss genau, wer noch ein Zeichen geben sollte oder umliegende Wege noch nicht gesichert hat. Mit einem Schmunzeln zeigt er Verständnis, dass ein Teilnehmer länger überlegt, ob er den etwas entfernten Wanderweg wirklich noch absperren soll – die Arbeit ist anstrengend und gerne spart man sich ein paar Schritte durchs Gehölz. Mit der Anweisung, den danebenstehenden Kollegen zu schicken, macht der Förster seinen Standpunkt allerdings klar. «Ich bin lieber streng, denn irgendwann lässt man sowieso wieder nach», scherzt er.

Diesen Kurs in Bauma hat Küenzi selber lanciert, als Angebot für die Waldbesitzer in seinem Forstgebiet. «Mir ist es wichtig, dass man in der Region weiss, dass im Tösstal etwas geht und sich die Interessenten bei mir melden können», erklärt er. Als Leiter des Forstreviers Bauma-Wila und Mitglied der Landwirtschafts- und Naturschutzkommission freut er sich, wenn er möglichst viele Leute für die Arbeit im Forst sensibilisieren kann.

 

Jürg Küenzi erklärt seinem Schüler Finessen des Holzschlags
Jürg Küenzi erklärt seinem Schüler Finessen des Holzschlags

 

Auch Gemeindepräsident Andreas Sudler nahm am Kurs teil
Auch Gemeindepräsident Andreas Sudler nahm am Kurs teil