25 Jahre Adventsfenster im Turbenthaler Sonnenbergquartier

Das Öffnen der Adventsfenster ist jeweils mit einem gemütlichen Treffen bei Suppe und Glühwein verbunden (Fotos: Manuela Kägi)

Seit 1992 geht im Sonnenbergquartier im Dezember Abend für Abend ein Adventfensterchen auf. Die Teilnahme bei dem schönen Brauch ist bei den Familien heute sehr begehrt. Vor Jahren war seine Zukunft jedoch ungewiss. Immer weniger Familien mit kleinen Kindern lebten im Quartier. Es wurde immer schwieriger, Leute zum Mitmachen zu finden. Die letzte Organisatorin gab damals ihre Aufgabe ebenfalls ab, weil ihre Kinder langsam gross wurden.

Den Adventsfenstern drohte das Aus. Zum Glück für das Quartier waren da Edith und Hans Stahel. Sie hingen an den Adventsfenstern und übernahmen die Organisation. «Es war damals sehr harzig. Man musste zu den Leuten und sie praktisch überreden, ein Fenster zu machen», sagt Edith Stahel.

In den letzten Jahren ist das Quartier wieder stark gewachsen. Es gibt viele neue Einfamilienhäuser mit jungen Familien. Dank dieser Entwicklung ist das Interesse an der Teilnahme wieder gestiegen und das Adventsfenster ist zum Selbstläufer geworden. Dieses Jahr sind 18 Familien beteiligt, zum ersten Mal sind die Primarschule Hohmatt und die Spielgruppe Wundertrückli dabei.

Mit guter Stimmung wird bei den Fenstern Glühwein getrunken, Suppe gegessen oder etwas geknabbert. Schwer ist jedoch einzuschätzen, wie viele Gäste kommen mögen. Manchmal sind es nur zehn, dann wieder 40. Der Dezember ist halt ein terminbepackter Monat. Damit es am «Samichlaus» und am Christchindlimärt in Hutzikon keine Terminkollision gibt, wird an diesen Tagen kein Adventsfenster geöffnet.

«Wir gehören hier mittlerweile zu den alten Hasen», erzählt Edith Stahel. Wie etwa eine grosse Zahl der teilnehmenden Familien, die, obwohl die Kinder ausgeflogen sind, immer noch mitmachen. Auch habe jahrelang ein alleinstehender Mann ein Adventsfenster gemacht. Das hat sie immer sehr gefreut.

Nebst dem, dass Weihnachtsstimmung verbreitet wird, pflegen und fördern die Fenster den Zusammenhalt im Quartier. Neuzuzüger kommen auf einen Schwatz und man kann sich kennenlernen. Auch Bekannte der Anwohner kommen vorbei. So ist der Dezember gespickt mit einer Reihe gemütlicher Abende mit geselligem Kennenlernen und Austauschen, gemeinsam die Vorfreude auf Weihnachten schürend.