Gemeinde Turbenthal

Einführung Harmonisiertes Rechnungsmodell 2 

Das neue Gemeindegesetz ist am 1. Januar 2018 in Kraft getreten. Ab diesem Zeitpunkt müssen alle zürcherischen Gemeinden ihr Rechnungswesen innerhalb eines Jahres auf das neue harmonisierte Rechnungsmodell HRM2 umstellen. Mit der neuen Rechnungslegung soll die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage den tatsächlichen Verhältnissen entsprechend dargestellt werden. Eine wesentliche Änderung von HRM2 betrifft die Abschreibung des Verwaltungsvermögens. Dieses wird neu linear über die jeweilige Nutzungsdauer des Vermögenswerts abgeschrieben und nicht wie heute degressiv mit 10 beziehungsweise 20 Prozent des Restbuchwertes. Mit einem Beispiel soll der etwas komplizierte Mechanismus verständlich gemacht werden. Ein für eine Million Franken erstelltes Gebäude weist bei der degressiven Abschreibungsmethode nach zehn Jahren noch einen Restbuchwert von rund 350’000 Franken auf, währenddem sich der Wert bei der linearen Abschreibung von 3 Prozent über 33 Jahre auf 700’000 Franken beläuft. Für die erforderliche Festlegung des Verwaltungsvermögens per 1. Januar 2019 stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung. Das Verwaltungsvermögen kann entweder unter Berücksichtigung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten ab 1986 neu bewertet werden oder es kann auf eine Neubewertung verzichtet und der heute bestehende Restbuchwert über die verbleibende Nutzungsdauer linear abgeschrieben werden. Gemäss § 49 der kantonalen Gemeindeverordnung entscheidet die Gemeindeversammlung, welche Variante zur Anwendung gelangt. 

Als Basis für diesen Entscheid hat die Finanzabteilung die seit 1986 getätigten Investitionen der Politischen Gemeinde erhoben und die Abschreibungen nach altem und nach neuem Modus verglichen. Die dabei resultierende Differenz von rund neun Millionen Franken führt bei einer Neubewertung des Verwaltungsvermögens zu einem entsprechend höheren Vermögensbestand. 

Die Höhe des Fremdkapitals ist für den Finanzhaushalt von Turbenthal sehr problematisch. In der momentanen Tiefzinsphase ist die Zinsbelastung tragbar. Bei aktuell rund 25 Millionen Darlehen belaufen sich die entsprechenden jährlichen Ausgaben auf rund 250’000 Franken. Je mehr das Zinsniveau steigt – erste Vorboten sind bereits erkennbar – desto höher werden die entsprechenden Ausgaben. Ein Zinsanstieg um ein Prozent hätte eine Verdoppelung der heutigen Zinslast zur Folge, was rund vier Steuerprozente beanspruchen würde. Diese Mittel wiederum würden für die Rückzahlung von Darlehen fehlen. Um diese Negativspirale zu vermeiden, soll in den nächsten zehn Jahren das finanzpolitische Augenmerk auf eine spürbare Reduktion des Fremdkapitals gelegt werden. Dazu sind jedoch die entsprechenden finanziellen Mittel erforderlich.

Bei der Einführung von HRM2 ohne Neubewertung des Verwaltungsvermögens wären künftig nur noch geringe Abschreibungen möglich. Dies hätte zur Folge, dass in der Laufenden Rechnung ab 2020 Ertragsüberschüsse resultierten, wodurch ein Druck auf den Gesamtsteuerfuss entstehen würde. Sinkende Steuereinnahmen hätten jedoch stark negative Auswirkungen auf den Finanzhaushalt. Die Selbstfinanzierung würde sich verschlechtern, die Nettoschuld würde ansteigen und der angestrebte Abbau des Fremdkapitals wäre nicht mehr möglich. Um diese unerwünschte Entwicklung zu verhindern, ist die Aufwertung des Verwaltungsvermögens unumgänglich. Der Gemeinderat beantragt deshalb der Gemeindeversammlung vom 11. Juni 2018, diesem Vorgehen zuzustimmen. 

Anpassung der Warmwasserversorgung in der Grosshalle

Das Warmwasser für die Duschen in der Grosshalle wird teilweise durch eine Solaranlage aufgeheizt. Der auf 24 Duschen ausgelegte Verbrauch wird praktisch nie erreicht, sind doch oftmals nur zwei oder drei Einheiten in Betrieb. Die daraus resultierenden Mischwasserprobleme führen dazu, dass das Wasser zu heiss ist und sich nicht auf eine angenehme Temperatur reduzieren lässt. Dadurch werden die Duschen noch weniger benutzt, was den Warmwasserverbrauch zusätzlich verringert. Die zu hohen Temperaturen beeinträchtigen die Anlage, was zu einem höheren Verschleiss von Einzelteilen führt.

Im Rahmen von umfangreichen Abklärungen wurde eine Lösung des Problems gefunden. Die überdimensionierte Mischanlage wird durch zwei kleinere Mischer ersetzt, welche eine Wassertemperatur von ca. 40°C auch dann gewährleisten, wenn nur wenige Duschen benützt werden. Das neue Konzept sieht auch vor, dass die in den Sommermonaten anfallende, überschüssige Wärme im Untergeschoss der Gewerbeliegenschaft Boller Winkler AG verteilt werden kann. Dies entlastet und schützt die Solaranlage und die Anlageteile der Warmwasserversorgung. Seit der Eröffnung der Grosshalle sind SIA-Normen in Kraft getreten, welche Vorschriften zum Legionellenschutz beinhalten. Mit der geplanten Sanierung der Warmwasserversorgung soll auch diesem Aspekt Rechnung getragen werden. Die Kosten für die Anpassung der Warmwasserversorgung belaufen sich auf 22’000 Franken. Der Gemeinderat hat diesen Kredit bewilligt. 

Neue Organisationsreglemente für unterstellte Kommissionen

Gemäss § 50 Absatz 2 des neuen Gemeindegesetzes hat der Gemeinderat die Mitgliederzahl, die Zusammen-setzung, die Aufgaben und die Entscheidungsbefugnisse der unterstellten Kommis-sionen in einem Behördenerlass zu regeln.

Für die Energiekommission, die Kulturkommission und die Naturschutzkommission existierten bereits bisher Aufgaben- und Pflichtenhefte. Die entsprechenden Festlegungen sind in die neuen Organisationsreglemente eingeflossen und werden durch einige zusätzliche Regelungen ergänzt. Für die neu gegründete Gesellschaftskommission wurde ebenfalls ein entsprechender Erlass ausgearbeitet. Für die Tätigkeit der unterstellten Kommissionen gelten somit künftig einheitliche Rahmenbedingungen, was aus sachlicher und politischer Sicht zu begrüssen ist.

Baubewilligungen im 1. Quartal 2018

Betschart Alois und Marlies, Fassadendämmung und Windfangvergrös-serung, Tablat 1009; Valora Schweiz AG, Anbau einer vertikalen Markise beim Kiosk, Tösstalstrasse 54; Bazzi Elio und Daniela, Ersatz Fensterläden und Zargen, Tösstalstrasse 107; Ehrensperger Madeleine, Erneuerung und Vergrösserung Schopfanbau, Girenbadstrasse 12; Krucker Rolf und Corina, Erstellung einer Granitblocksteinmauer, Oberer Langackerweg 14; Stahel Edith und Hans, Neubau Zweifamilienhaus, Langackersteig 1; Hartmann Yves und Eveline, Gartenumbau, Einbau Lukarne und 2 Dachflächenfenster, Sonnenbergstrasse 61; Hilpertshauser Karin, Neubau Einfamilienhaus, Hermetsbüelstrasse 12; Boller Winkler AG, Anbau Vordach sowie Einbau neuer Nasszellen und einer Teeküche in bestehende Halle, Tösstalstrasse 14; Gross Simone und Alfred, Neubau Lukarne und Einbau 2 Dachflächenfenster, Feldstrasse 27; Delay Daniel und Cordelia, Nutzungsänderung Parkplatz / Longierplatz, Hohmattring 48; Bosshard Oliver und Melanie, Aufstockung und Wärmedämmung Einfamilienhaus, Gassacherstrasse 11; Salt Mobile SA, Antennentausch auf der bestehenden Mobilfunkanlage, Tösswis 13; Keller Barbara und Rolf, Umbau bestehender Wohnung, Ersetzen der Fenster und Erstellen einer Zentralheizung durch Luft / Wasser-Wärmepumpe, Oberhofen 634; Furrer Andri und Patrizia, Vergrösserung Liegefläche für Milchschafe, Einbau automatische Fütterungsanlage, Anbau Melkstand und Verschieben des Knechtzimmers, Underhus 1194, 8495 Schmidrüti; Stiftung Schloss Turbenthal, Abbruch und Neubau Betriebsgebäude Gärtnerei, St. Gallerstrasse 8f; Andrist Peter, Neubau Photovoltaikanlage auf Flachdach, Sonnhaldenstrasse 50.