Kindermusical «Häxetrank und Räubersorge» bezaubert Rikon

Karin Glanzmann mit ausdrucksstarken Gesten und verstellter Stimme (Fotos: lk)

Im abgedunkelten Engelburgsaal in Rikon versammelten sich am Mittwochnachmittag über einhundert Kinder und Eltern, um das Musical «Häxetrank und Räubersorge» zu sehen. Organisiert wurde der Anlass von dem Zäller Familienverein, der von der Kulturkommission Zell unterstützt wurde.

Neugierig durften die Kinder an diesem Nachmittag zuhören, welche Abenteuer die beiden Räuber erlebten, wie sie im Hexenwald nach einem Schatz suchten und dabei von drei Hexen entdeckt werden – natürlich gab es ein gutes Ende und der Schoggi-Goldmünzen-Schatz wurde mit dem Publikum geteilt.

Die Kinder sassen auf dem Boden vor der Bühne, die Erwachsenen hatten dahinter auf den Stühlen Platz genommen und schon betrat die Erzählerin Karin Glanzmann die Bühne und begann mit dem Musical. Eine gute Mischung aus erzählen und singen hält die Spannung aufrecht, immer wieder werden die Kinder miteinbezogen, sei’s beim Singen oder bei den nächsten möglichen Schritten der Ganoven. Sie verstellt die Stimme, nimmt einen anderen Dialekt, setzt sich diese oder jene Perücke auf – und ist doch als neutrale Erzählerin stets präsent.

«Chnollenasen-Kurt» und «Sabberfläsche-Heini»

«S’Schönste isch doch s’uuspacke» schwärmt der «Chnollenasen-Kurt», wenn nach einem Beutezug zuhause dann der Sack mit all den gestohlenen Dingen ausgeleert wird. Während des Überfalls habe er schliesslich nicht immer die Zeit nachzusehen, was er gerade klaue. Auch der «Schlabberfläsche-Heini», der eher schüchtern und ängstlich ist, nimmt einen Gegenstand nach dem anderen aus dem Sack und kommentiert das Gefundene. «Chasch du lese?», fragt er seinen Ganoven-Kumpel als er eine Schatzkarte aus dem Sack zieht, zum Glück helfen die Kinder aus dem Publikum und lesen die Schatz-Such-Anleitung vor.

In diesem Stil geht das Musical weiter, die Kinder helfen mit, beraten die Darsteller bei ihren Entscheidungen und werden so Teil der Geschichte. Obwohl der super-ängstliche «Schlabberflasche-Heini» eigentlich gar nicht will, geht er mit «Chnollenasen-Kurt» in den Hexenwald und dort treffen die beiden prompt auf drei Hexen, die einen gruseligen Trank brauen. «Ameisenwädli und Ohrenschmalz» mischen diese in den Kessel und dazu braucht es noch giftige Zutaten, da helfen die Kinder mit guten Tipps. «Vogelbeeri, Fliegenpilz oder Efeu» heissen die Vorschläge.  Die Kinder sprechen den Zauberspruch nach und schon stinkt es gewaltig aus dem Topf. Die beiden Räuber gucken staunend zu, verhalten sich ganz still – doch da streift etwas am Bein vom ängstlichen Heini, der schreit auf und schon umzingeln die Hexen die beiden Ganoven. Nach einigem hin und her und dank der Beratung der Publikumskinder werden die Räuber vorläufig nicht verhext und es wird gemeinsam nach dem Schatz gesucht. Schon bald entdecken sie eine wertvolle Truhe mit Goldmünzen drin – zu wenig zum Teilen. Doch zum Glück kennen die Hexen einen Zauberspruch, der Sachen vermehren kann und schon ist die Truhe fast übervoll – fröhlich wird zuletzt grosszügig verteilt und gemeinsam zum Abschluss gesungen.

Die in Wald lebende Karin Glanzmann vertont seit über zwanzig Jahren Kinderbücher, führt als Ein-Frau-Musical verschiedene Erzählungen auf oder tritt gemeinsam mit ihrem Mann Peter auf.

WEITERE INFORMATIONEN
Mehr von Karin Glanzmanns Erzählungen und Kinderbüchern findet man auf der Homepage: www.glanzmusik.ch, dort sind auch CDs mit den Musical-Liedern erhältlich.